Für eine korrekte Darstellung dieser Seite benötigen Sie einen XHTML-standardkonformen Browser, der die Darstellung von CSS-Dateien zulässt.

Lili - Heft 109


Thema:  Kampf und Krieg

Herausgeber dieses Heftes:
Wolfgang Haubrichs






Inhalt

Wolfgang Haubrichs
Einleitung

Albrecht Classen
Krieg im Mittelalter und seine Kritik in literarischen Werken des deutschsprachigen Raums
War in the Middle Ages and its Critique in Literary Texts from the German Speaking Areas

Thomas Bein
Hie slac, dâ stich! Zur Ästhetik des Tötens in europäischen Iwein-Dichtungen
Hie slac, dâ stich! The Aesthetics of Killing in European Iwein-Poems

Albrecht Hagenlocher
Wunschvorstellungen gewaltlosen Friedens in deutscher Literatur um 1300
Ideal Conceptions of a Non-Violent Peace in German Literature around 1300

Joachim Hamm
De victoria VVirtembergensi.
Die Restitution Herzog Ulrichs von Württemberg (1534) im Spiegel der neulateinischen Dichtung
De victoria Vvirtembergensi.
The Restitution of Duke Ulrich of Württemberg in Neo-Latin Poetry

Wolfgang Klimbacher
Von den ›glänzenden Zeiten Europas‹ zur »maschinellen Hinrichtungsart« in »Barbaropa«.
Das Trauma des Ersten Weltkrieges bei Trakl, Kafka und Ehrenstein
From ›Europe splendid times‹ to »the mechanical way of execution« in »Barbaropa«.
The trauma of the First World War in Trakl, Kafka and Ehrenstein

Thomas F. Schneider
Erwartungen von Rezensenten an Kriegsliteratur.
Die Rezeption von Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues, 1928-1930
Critics Expectations on War Literature.
The Reception of Erich Maria Remarque Im Westen nichts Neues, 1928-1930

Andreas Musolff
Wie läßt sich ein Terrorkrieg beenden?
Zur kommunikativen Bewältigung des Terrorismus in Nordirland
How to end a war against terrorists?
The negotations with terrorists in Northern Ireland

Vgl. den Nachtrag in Heft 110.

Labor

Andreas Käuser
Bemerkungen zum Verhältnis von Medien und Literatur.
Eine Replik auf LiLi 87/88

Dagmar Lohmann-Hinrichs
Vom Bühnenbild zum Bühnenraum







Wolfgang Haubrichs

Einleitung


Kampf und Krieg

»Also weinet ein Weib, und stürzt auf den lieben Gemahl hin,
Der vor seiner Stadt und vor seinem Volke dahinsank,
Streitend, den grausamen Tag von der Stadt und den Kindern zu fernen;
Jene sieht ihn jetzt mit dem Tode ringend und zuckend,
Schlingt sich um ihn, und heult laut auf; die Feinde von hinten
Schlagen wild mit der Lanze den Rücken ihr und die Schultern,
Binden und schleppen als Sklavin sie fort zu Jammer und Arbeit;
Und im erbärmlichsten Elend verblühn ihr die reizenden Wangen.«
Homer, Odysee, 8. Gesang, v. 523ff.
(Übersetzung von Johann Heinrich Voß)

»Der Gnaden Pforten will ich alle schließen,
Der mordbegierge Krieger rauhen Herzens
Soll schalten, sein Gewissen höllenweit,
Sein Blutdurst unbeschränkt, und mähn wie Gras
Die frischen Jungfraun und die blühenden Kinder.
Was ist es mir denn, wenn ruchloser Krieg,
Im Flammenschmucke, wie der Teufel Fürst,
Beschmiert im Antlitz, alle grausen Taten
Der Plünderung und der Verheerung übt?
Was ist es mir, da ihr es selbst verschuldet,
Daß eure reinen Jungfraun in die Hand
Gewaltsam brünstiger Entehrung fallen?
Welch Zügel hält die lüsterne Verruchtheit,
Wenn sie bergab in wildem Laufe stürmt?«
William Shakespeare, König Heinrich V., III,3
(Übersetzung von A.W. Schlegel)

»Aufgestanden ist er, welcher lange schlief ...«
Georg Heym, Der Krieg (1911)

»Maudite soit la guerre!«
Kriegsdenkmal (1922) in einem Dorf im Limousin


Leiden am Krieg muß mit ihm entstanden sein: zu verstehen gilt es also nicht das Leiden, das aus Gewalt, Kampf und Konflikt hervorgeht, sondern wie die Gewalt dennoch gerechtfertigt werden konnte und in welcher Form sie von denen, die sie ausübten, und von denen, die sie erlitten, verarbeitet wurde.

Les désastres de la guerre. Der karolingische Hofdichter Ermoldus Nigellus preist die immer wiederholten Kriegszüge seines Herrn und Mäzen, des Kaisers Ludwigs des Frommen (814-840), so: »Man marschiert vorwärts; die Wälder öffnen sich den Eindringlingen bis in ihre letzten Tiefen; die Felder werden von den fränkischen Kriegern überschwemmt. Sie suchen nach den in den Wäldern, Sümpfen und Gräbern versteckten Reichtümern. Sie nehmen unglückliche Menschen, Schafe und Rinder mit: nichts entkommt, keine List hilft. Keine Rettung bieten die Sümpfe, das Dickicht nur trügerischen Schutz. Die Franken verwüsten alles ...« In ähnlichem Stil fiel man Jahr um Jahr in Spanien ein, führte man 33 Jahre lang Krieg gegen die Sachsen.

In der frühmittelalterlichen Welt des permanenten Krieges gehörte Gewalt zur praktizierten oder erlittenen Lebensform des Menschen, insbesondere des Adels. Schwert und Rüstung waren Standesmerkmale und Herrschaftszeichen einer auf den Krieg gegründeten Existenz, sie waren deshalb auch Trachtbestandteile und gelangten als signifikante Beigaben in die Gräber der Herrenschicht, später aber auf die memorialen Bilder, Statuen und Grabdenkmäler des sich selbst und seine Würde noch im Tode repräsentierenden Adels.

Literatur zeigt uns, wie in Kampf und Krieg die tödlichen Notwendigkeiten einer Kriegermoral - etwa im ›Hildebrandslied‹ aus der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts - selbst über die natürlichsten Bindungen, wie die zwischen Vater und Sohn siegen. Gerade am ›Hildebrandslied‹ unternimmt es nun Albrecht Classen (Tucson, Arizona) in seinem weiten Überblick über »Krieg im Mittelalter und seine Kritik in literarischen Werken des deutschsprachigen Raumes« zu zeigen, daß dieses Lied im Kontext geistlicher Rezeption zu einem Exempel der »Sinnlosigkeit der heroischen Poesie« (Walter Haug) werden konnte. Noch deutlicher wohl läßt sich der dem um 1200 entstandenen ›Nibelungenlied‹ stets beigegebenen ›Klage‹ um die getöteten Helden und Frauen des Epos die zeitgenössische Kritik des unaufhörlichen Mordens und gegenseitigen Abschlachtens entnehmen. Hier wird so etwas wie genuine politische Ursachenforschung des Krieges betrieben. Neue politische Kommunikationsformen werden gefordert.

In der Tat scheint die ›ritterliche‹ Welt des Hochmittelalters zumindest in den Projekten der Fiktion einen Umschlagspunkt der Bewertung des Krieges zu markieren. Thomas Bein (Bonn) vergleicht in seinem Beitrag »Hie slac, dâ stich! Zur Ästhetik des Tötens in europäischen ›Iwein‹-Dichtungen« die Artus-Romanfassungen Chrétiens de Troyes, Hartmanns von Aue, des walisischen ›Mabinogi‹, der mittelenglischen Iwein-Romanze, der altnordischen ›Ivens saga‹ und des späten Ulrich Füetrer (gest. um 1490) miteinander. Chrétien zeigt das »Antlitz des Krieges« (John Keegan): Die »hounds of war« sind losgelassen. Chrétiens »grausame Kampfszenen reißen den Rezipienten aus der fiktiven Artus-Welt heraus und konfrontieren ihn mit der rüden Wirklichkeit des Verwundens, Tötens und Sterbens«. Der deutsche um 1180 schreibende Übersetzer und Rezipient Chrétiens, Hartmann von Aue, mildert diese Szenerie, ihre Drastik erheblich ab, ja eliminiert sie. Er verdichtet die fiktionale Symbolstruktur des Textes, akzentuiert den Projektcharakter der idealen, von Normen und Werten bestimmten Welt des Artusreiches. Aber kündigt sich nicht im Entwurf des auf faire Normen und letztlich die Ritualisierung des Kampfes zielenden Artusprojekts auch eine Wende in der von dem britischen Militärhistoriker John Keegan (1995) beschriebenen »Kultur des Krieges« an?

Selbst die Wörter ändern sich zu dieser Zeit: Mittelhochdeutsches strît »Kampf, Krieg«, unser neuhochdeutsches Streit, das längst verklungenes germanisches *werra »Wirrnis, Streit«, erhalten in französisch guerre und italienisch, spanisch guerra und uns im Lehnwort Guerilla zurückgekommen, ersetzt hatte, wird nun abgelöst durch krieg, das ursprünglich »Zank, Streit« bedeutete. Dieses gewinnt als Krieg im 15./16. Jahrhundert die Oberhand und drückt Streit in sein verlassenes Bedeutungsfeld.

Friede bedeutete ursprünglich nur den zumeist mit Gewalt hergestellten und mit Gewalt gesicherten Zustand der Abwesenheit des Krieges in der von Gewalt beherrschten und gezeichneten Gesellschaft des Mittelalters (Marc Bloch). Albrecht Hagenlocher (Berlin) untersucht nun den Umschlag der noch lange andauernden Vorstellung, daß Friede nur mit Gewalt geschaffen werden könne, in der Ideenwelt des Mittelalters in seinem Beitrag »Wunschvorstellungen gewaltlosen Friedens in deutscher Literatur um 1300«.

Es ist eine implizite Wirkung dieses geistes- und kulturgeschichtlichen Umbruchs, daß Krieg nun zunehmend als der permanente Gegensatz, nicht als die Prämisse des Friedens verstanden wird. Frieden wird oberstes Ziel von Herrschaft. Krieg wird nur als »gerechter Krieg« führbar, muß also ständig legitimiert werden. Dies zeigt sich auch in der humanistischen, die überhöhende memoria der siegenden Kriegsherren in den antiken Masken der Alexanderdichtung, Lucans und Vergils bergenden Panegyrik und Kriegsdichtung. Joachim Hamm (Würzburg) zeigt es in seiner einen Einzelfall exemplarisch analysierenden Abhandlung »De victoria Vvirtembergensi. Die Restitution Herzog Ulrichs von Württemberg (1534) im Spiegel der neulateinischen Dichtung«.

Imagines belli. Die grausamsten Bilder der Verwüstung und Vernichtung waren noch zu malen, als der Tod in das Zeitalter seiner massenhaften technischen Reproduzierbarkeit eintrat und dies im Bündnis mit den sich neu formierenden Nationen Europas, die sich nach außen und innen als in Stärke und Waffen geeinte Gesellschaften, als »Nationen im Gleichschritt« (Jakob Vogel 1997) formierten, deren ›Konkurrenz‹ sich in periodischer Wiederkehr zum ›Waffengang‹ radikalisierte. Dieses totum der Nation beschwor die Totalität des Krieges erneut als Lebensform, aber diesmal die Massen ergreifende, überwältigende und vernichtende Lebensform herauf. »Aufgestanden ist er, welcher lange schlief ... Und er schreit: Ihr Krieger alle, auf und an! Und es schallet, wenn das schwarze Haupt er schwenkt, Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt.«

Die Spiegelung des nur infolge der über ein Jahrhundert lang eingeübten Disziplinierung des Einzelnen zum Teil der Nationsmaschine möglichen ›Massenkrieges‹, die Reflektion der maschinellen Vernichtung des Menschen und schließlich auch des selbstgeschaffenen Apparates der Nation in der Dichtung der Zeit, davon handelt Wolfgang Klimbacher (Klagenfurt) in seinem Beitrag »Von den ›glänzenden Zeiten Europas‹ zur ›maschinellen Hinrichtungsart‹ in ›Barbaropa‹. Das Trauma des Ersten Weltkrieges bei Trakl, Kafka und Ehrenstein«. Die Entindividualisierung des Soldaten, die Degradierung des Einzelnen zum Material in der Material-Schlacht, kurz die »mechanisierte Barbarei« des totalen Krieges, die jede Regung des Mutes, jede quasi-heroische Anstrengung des Einzelnen und damit die noch gültige ›Rhetorik‹ des Krieges entwertete und überflüssig machte, war auch das Thema von Erich Maria Remarques bekanntem Roman ›Im Westen nichts Neues‹. Thomas F. Schneider (Osnabrück) untersucht die frühe Rezeption dieses dokumentarisch-authentisch aufgefaßten, 1928 erschienenen Textes (bis 1930) und den darin stattfindenden, zwischen Links und Rechts geführten »Kampf um die Erinnerung« und die Interpretation des Krieges.

Der Erste Weltkrieg lieferte das Vorstellungsparadigma des modernen Massenkrieges. Über das Bild der zweiten Kriegskatastrophe, in die Deutschland Europa und die Welt stürzte, in der Literatur mag man sich in dem im Vorjahr erschienenen (FAZ, 12.4.97) brillanten Essay über die »Rede des sterbenden Soldaten« von Paul Ingendaay unterrichten.

Der Krieg ist nie zu Ende gegangen. In der neuen Welt der Medien geht er als Krieg der Bilder, der Worte und Begriffe, als Krieg der Filme weiter. Die Bilder rücken vor die Wirklichkeit, so daß diese in ihrer Existenz und Konstruktion nicht mehr deutlich erkennbar wird. Klinisch kann der Krieg von allen Grausamkeiten und unreinen Beimischungen gereinigt werden, ebenso wie er mit emotionalisierenden Einzelbildern aufgeladen werden kann. Nicht zuletzt hat dies das Kommunikationsereignis des Golfkriegs, der seine Rezeption als ›Desert-Storm‹ selbst fabrizierte, vorgeführt. Umgekehrt kommt es in dieser neuen medialen ›Permanenz des Krieges‹ darauf an, die Herrschaft über die Hirne zu erringen. Der universelle Terrorismus führt uns vor, wie Grausamkeit der Wenigen, die sich selbst zum Krieg der Vielen erklärt und damit den Anschein des Heroismus und der Gerechtigkeit erweckt, materielle Gewalt, die materiell nichts bewirkt, dennoch zum öffentlichkeitswirksamen Kommunikationsmuster, eben zur ›Sprache der Gewalt‹ wird, die sich das Verständnis erzwingt, indem sie ihre Adressaten zu potentiellen Opfern, also zu Geiseln herabwürdigt. Andreas Musolff (Durham, Großbritannien) analysierte die ›Kommunikation der Gewalt‹ an einem nur allzu täglichen Beispiel in seinem Beitrag »Zur kommunikativen Bewältigung des Terrorismus in Nordirland« und fragt »Wie läßt sich ein Terrorkrieg beenden?«.
     »Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß« (Georg Heym).
 
 






Albrecht Classen

War in the Middle Ages and its Critique in Literary Texts from the German Speaking Areas

War has always been a horrible experience and proved to be highly destructive. Whereas the peace movement has gained considerable momentum in modern times, it seems as if the Middle Ages did not reflect a clear interest in peace. This paper argues for the opposite as many religious and philosophical texts can be identified in which strong criticism of war, military aggression, and violence comes to the fore. Previous scholarly investigations have pointed out that medieval German political poetry (»Sangspruchdichtung«) and religious literature strongly advocated peace. The present investigation focuses on the Old High German Hildebrandslied, the thirteenth-century Klage, on the thirteenth-century Wigamur, Fuetrer's fifteenth-century Lannzilet and Wittenwiler's Ring as remarkable literary examples of anti-war poetry. Although the poets mostly refrained from specific accusations, the loudly voiced lament, the critical tone of the narrative, the drastic images of destruction and death resulting from war unequivocally indicate that these literary documents were composed as literary manifestoes against war, violence, and military aggression.
 
 






Maria Selig

Hie slac, dâ stich! The Aesthetics of Killing in European ›Iwein‹-Poems

This paper compares six European versions of the ›Yvain‹ topic from the aspect of how they portray fighting and killing scenes. It emerges that the portrayal of such scenes varies in all versions, with Hartmann von Aue and Chrétien de Troyes in particular constituting diametrical opposites. Based on the text findings, the paper attempts to define the function of cruelty or the exclusion of cruelty, with focus on poetology.
 
 






Albrecht Hagenlocher

Ideal conceptions of a non-violent peace in German literature around 1300

In the medieval tradition, the ideal ruler of peace is one who imposes the lawful order by force. However, around 1300, there are occasional writings in German literature that challenge this concept of a ruler and contrast it with the Christian ideal of peacefulness. In particular, probably in connection with popularized millenarian currents of that period, we find ideals projected into the end of time of a peace on earth that is not enforced by the authority of a ruler. This ideal is bound up with the perspective of salvation and the centre on which it is concentrated is the city of Jerusalem and the Holy land. It is therefore most evident in Die Erlösung (»The Redemption«), an anonymous religious poem of the early 14th century, where it is viewed as an outcome of the end of time: after the defeat of Antichrist and before the Last Judgement, there is an ideal peace without enforcement, without social distinctions and without a ruler. The author's views are based on the Sibylline prophecies and a re-interpretation of Virgil's Fourth Eclogue. This ideal, however, remains unique and without successors in the German literature of the Middle Ages.
 
 






Joachim Hamm

De victoria VVirtembergensi. The restitution of Duke Ulrich of Württemberg in Neo-Latin poetry

›War and Combat‹ rank among the central topics in 16th-century Neo-Latin literature. For presenting a certain section within this extensive complex, this article concentrates on a number of Neo-Latin poems treating the violent restitution of Duke Ulrich of Württemberg with the help of his relative, Philipp of Hessen, in 1534: the epic poetry of Johannes Pedius Tethinger, master in Latin at Freiburg, the panegyric-pastoral carmina of Michael Augustus, born at Marbach, and the panegyrical hexameters of Helius Eobanus Hessus. As for their panegyrical orientation towards the victorious heroes, Ulrich and Philipp, the above mentioned poems are largely coinciding. Referring to the poetic presentation of contemporary history, however, the works show certain differences resulting from the respective literary genera and the specific perspectives, under which War has been considered. Beyond historical references the poems prove the coining influence of antique literature and its genera in the humanistic ideas of War: During the 16th century, the adoption of antique genera (epic, bucolic and panegyric) offer an opportunity for forming War poetically, glorifying the victorious party, legitimating its military proceedings.
 
 






Wolfgang Klimbacher

From ›Europe splendid times‹ to »the mechanical way of execution« in »Barbaropa«.
The trauma of the First World War in Trakl, Kafka and Ehrenstein

This article is dealing with the traumatical experiences of the Great War (1914–1918) in the poems of Georg Trakl (1887–1914), Albert Ehrenstein (1886–1950) and in Franz Kafka's (1883–1924) story »In der Strafkolonie«; all these texts use a Europe-metaphor to realize »the collective decline in barbarism«; so they are in opposite to Friedrich von Hardenbergs Europe-metaphor; Blaise Cendrars uses too a Europemetaphor in his novel Gold; this is the starting point of argumentation.
 
 






Thomas F. Schneider

Critics Expectations on War Literature.
The Reception of Erich Maria Remarque Im Westen nichts Neues, 1928-1930

Following the valid criteria for war literature in the Weimar Republic, which had been developed during the First World War, the Ullstein publishing house announced Erich Maria Remarque's »novel« Im Westen nichts Neues, which had been reworked and de-politicized by the author himself before, in November 1928, as a documentary without »tendency«, providing a new perspective on the war – the non-literary perspective of an ordinary soldier. Thus Ullstein preformed the reception of the text and took it out of the literary discourse as a novel and integrated it into the Weimar discourse of war literature. The following controversial discussion on Im Westen nichts Neues, especially on its content of »truth« in giving an ›authentic‹ representation of the war, mirrors and demonstrates the expectations which the critics had of war literature in general and which they used in order to value this text. But the discussion on Im Westen nichts Neues also makes clear that the given criteria of war literature depend on the context, not on the text itself. The »truth« of representation depends on those »true« descriptions of war which have been already produced and established before.
 
 






Andreas Musolff

How to end a war against terrorists?
The negotiations with terrorists in Northern Ireland

This paper investigates communicative aspects of the terrorist conflict in Northern Ireland and of the attempts to end it. The first part analyses the war schema built up by the IRA and ›loyalist‹ terrorist groups to justify their use of violence. The second part shows how, over the past 25 years, this war schema was effectively (though not officially) accepted by British politicians and media as an interpretation of the social and political conflicts underlying terrorist violence. The result of this reciprocal adoption of the war schema was a political and communicative stalemate that seemed to lead only to more violence. The last two parts chart the British and Irish governments' attempts up until December 1997 to break the stand-off by ›re-politicising‹ the conflict. The crucial tasks seem to lie in opening up channels of communication among all parties and replacing the war schema by alternative models of conflict that allow for the public expression of opposing views without giving the impression of imposing on any party an obligation to fight for them.