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Lili - Heft 120



Thema: Generationen

Herausgeber dieses Heftes:
Brigitte Schieben-Lange





Inhalt

 

Wolfgang Klein
Einleitung - Introduction

Wolfgang Klein
Fatale Traditionen – Fatal traditions

Wolfgang Haubrichs
Die Erfindung der Enkel. Germanische und deutsche Terminologie der Verwandtschaft und der Generationen

Walter Erhart
Generationen - zum Gebrauch eines alten Begriffes für die jüngste Geschichte der Literaturwissenschaft

Ralf Schnell
‘Holocaust-Literatur’ als Generationen-Problem
‘Holocaust-literature’ and the problem of generations

 

Labor

Christa Karpenstein-Eßbach
Diskursanalyse, Literatur und ästhetischer Wert

Christoph Zeller
Erinnerung an morgen. Günter Eichs Maulwürfe und die Ästhetik des Vergessens

Hans-Heinrich Baumann
Über Linearisierungsprobleme der literarischen Darstellung. Goethe: ‚Die wunderlichen Nachbarskinder’

Maria Besse
Alter Ton und neue Daten. Zur technischen Aktualisierung eines Wörterbuchs („Wörterbuch der deutschen Winzersprache“)






Wolfgang Klein

Statt einer Einleitung: Brigitte Schlieben-Lange zum Gedenken

 

Fortz chauza es que tot lo major dan
E.l major dol, las! qu’ieu anc mais agues,
E so don die tostemps planher ploran,
M’aven a dir en chantan e retraire,
Car selh qu’era de valor caps e paire,
...
Es morts; ai Dieus! quals perd’ e quals dans es!
Quants estrangz motz, quan salvatge a auzir!
Ben a dur cor totz hom q’o pot suffrir.

Gaucelm Faidit

 

Am 14. 9. 2000 ist Brigitte Schlieben-Lange nach schwerer Krankheit gestorben. Sie war nicht einmal 57 Jahre alt. Dieses Heft der ‘Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik’ ist das letzte unter ihrer Herausgeberschaft. Es war vereinbart, daß die vier Herausgeber selbst einen Beitrag dazu schreiben sollte. Sie konnte den eigenen nicht mehr ganz vollenden; wir haben ihn mit dem Einverständnis und der Hilfe ihrer Kinder dennoch aufgenommen. Ergänzt werden die vier Beiträge durch einen Aufsatz von Walter Erhart. Die Einleitung zu diesem Heft konnte sie nicht mehr schreiben, und es erschien uns nicht richtig, sie durch einen der andern Herausgeber hinzutun zu lassen.

Brigitte Schlieben-Lange wurde am 25. September 1943 in Stöttham am Chiemsee geboren. Von 1962 bis 1965 hat sie in München Romanistik und Germanistik studiert, anschließend in Aix-en-Provence Romanistik und allgemeine Sprachwissenschaft. Ab 1966 war sie in Tübingen, wo sie ihre Studien in Romanistik, Germanistik und allgemeiner Sprachwissenschaft mit Staatsexamen und Promotion (bei Eugenio Coseriu) abgeschlossen hat. Gegenstand ihrer Dissertation waren das Katalanische und das Okzitanische, jenen beiden Sprachen, denen auch in den folgenden dreißig Jahren ihre besondere Liebe unter den vielen Idiomen der Romania gegolten hat. Damals begann sich in der Sprachwissenschaft zusehends der Gegensatz zwischen einer ‘harten’, ausschließlich mit Problemen der Grammatik befaßten, und einer ‘weichen’, an den unterschiedlichsten Aspekten des sprachlichen Verhaltens interessierten Richtung auszubilden - ein Gegensatz, der sich inzwischen zu einer fatalen Kluft verfestigt hat. Das war ihrer Denkweise völlig zuwider. So gilt denn ihre Dissertation gleichermaßen grammatischen wie soziolinguistischen Problemen dieser beiden Sprachen. Die Titel ihrer ersten beiden Bücher, beide 1971 erschienen, bringen diese Spannweite schön zum Ausdruck: Okzitanische und katalanische Verbprobleme. Ein Beitrag zur funktionellen synchronischen Untersuchung des Verbalsystems der beiden Sprachen (Tempus und Aspekt) und Okzitanisch und Katalanisch - Ein Beitrag zur Soziolinguistik zweier romanische Sprachen. Damals war sie 28 Jahre alt und seit einem Jahr Assistentin am Romanischen Seminar der Universität Freiburg. Drei Jahre später wurde sie als Ordentliche Professorin für Romanische Philologie an die Universität Frankfurt berufen, wo sie in den nächsten siebzehn Jahren eine wahrhaft staunenerregende Wirksamkeit entfaltete in Forschung, Lehre, Verwaltung und im kulturellen Leben über die Universität hinaus. Glasklar noch steht mir ein Tag vor Augen, wo sie, nach einem Seminar über ‘Argumentationstheorie’, das wir damals gemeinsam hielten, fünf Stunden lang als Dekanin eine Fakultätssitzung leitete und mit bewundernswertem Geschick die notorisch zerstrittenen Gemüter zu gemeinsamen Beschlüssen bewegte, anschließend mit ihrer ‘Ente’, unentwegt diskutierend, in scharfer Fahrt durch den Frankfurter Norden nach Bad Vilbel kurvte, wo sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern lebte und wo wir an diesem Abend bis zwei Uhr nachts weiterdiskutierten. Es gab kein Thema, das sie nicht interessierte, kein Thema, zu dem sie nicht hätte etwas Kluges sagen können. Das unablässige Interesse am Neuen ist nicht das einzige, was die guten Wissenschaftlerin, den guten Wissenschaftler ausmacht, aber sie ist die erste Voraussetzung, und Brigitte Schlieben-Lange hat sie in reichem Maß besessen.

Als sie im Jahre 1991 einen Ruf nach Tübingen erhielt, hat sie sehr gezögert, denn eigentlich hat es ihr in Frankfurt, dieser nicht eben einfachen Stadt mit einer auch nicht einfachen Universität, sehr gefallen. Außerdem hat jeder dort sie geliebt. Aber der Wunsch, noch einmal etwas Neues zu versuchen, vielleicht auch die Idee, ihrem Lehrer Coseriu nachzufolgen, haben sich als stärker erwiesen. Aber es war nur ein Wechsel im Ort, nicht in der Art ihres Wirkens - coelum non animum mutant qui trans maria currunt. In einem der Seminare, die wir noch in ihrer Frankfurter Zeit gemeinsam veranstaltet haben, ging es um das ‘turn taking’-Verhalten in kleinen Gruppen; es war dies ein Seminar mit kleinen Projektstudien, und eines der Ergebnisse, von Studenten in einer schönen empirischen Untersuchung ermittelt, war, daß jene, die im Mittelpunkt einer Gruppe stehen, oft selbst nur wenige eigene ‘turns’ haben; aber alle wenden sich mit ihren ’turns’ an sie. So war es bei Brigitte Schlieben-Lange in Frankfurt, so habe ich es auch bei gelegentlichen Besuchen in Tübingen erlebt: sie hat mehr zugehört als selbst geredet, aber jeder spürte, daß sie der Mittelpunkt war.

Sie war mehrfach Dekanin, Vorsitzende verschiedener wissenschaftlicher Verbände, Fachgutachterin und Mitglied zahlreicher Ausschüsse der DFG, Gründungssenatorin der Universität Erfurt, Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, zuletzt Prorektorin der Universität Tübingen. Aber keines ihrer vielen Ämter hat sie nach meinem Eindruck so sehr beschäftigt wie das der Frauenbeauftragten der Universität Tübingen (1994 - 1996). Ich weiß nicht, was ihre Erfahrungen waren, sie konnte und wollte nicht darüber reden, aber zumindest hin und wieder müssen sie niederschmetternd gewesen sein.

Sie hat acht Bücher und etwa 140 wissenschaftliche Aufsätze veröffentlicht und 37 größere und kleinere Sammelbände herausgegeben. Hinzu kommen etwa 100 Rezensionen, Lexikonartikel, Übersetzungen aus mehreren romanischen Sprachen und sonstige ‘kleinere Arbeiten’. Ein gutes Dutzend weiterer Aufsätze hat sie unvollendet hinterlassen. Ihre Arbeiten decken ein weites Spektrum von Themen ab, aber dieses Spektrum ist zugleich von bemerkenswerter Geschlossenheit, und es ist kaum möglich, einzelne Teilgebiete zu isolieren. Es gibt jedoch gewisse leitende Themen, die sie über viele Jahre hinweg verfolgt hat. Schon genannt wurde die Beschäftigung mit Struktur und Entwicklung des Katalanischen und des Okzitanischen. Ein weiteres wesentliches Thema ist die historische Pragmatik, der sie zahlreiche Aufsätze und ihr 1983 erschienenes Buch Traditionen des Sprechens. Elemente einer pragmatischen Sprachgeschichtsschreibung gewidmet hat. Ein drittes ist die Sprachenpolitik während der französischen Revolution und, damit verbunden, der ‘Idéologues’, um die es in ihren beiden letzten Büchern Idéologie, révolution et uniformité de la langue (Lüttich 1996) und Idéologie: Zur Rolle von Kategorisierungen im Wissenschaftsprozeß (Heidelberg 1999) geht. Aber dieses Heraussondern einzelner Themen gibt ein falsches Bild; ihre Arbeitsgebiete waren nicht klar getrennt, weder inhaltlich noch zeitlich. Vielleicht wird es ihrer Denkweise mehr gerecht, wenn man sich einen kleinen, beliebigen Ausschnitt ihrer Veröffentlichungen, beispielsweise die aus dem Jahr 1995, anschaut:

1. ‘Le style laconique.’ In: Langages de la Révolution (1770 - 1815). Actes du 4ieme colloque international de lexicologie politique. Paris 1995, pp. 195-201.
2. Hrsg., Kulturkonflikte in Texten. (= Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 97)
3. ‘Kulturkonflikte in Texten’. In 2., pp. 1 - 21
4. Ur - der coole Typ. In: Revista de Filologica Alemana 3, 1995, pp. 225 - 233.
5. (gemeinsam mit Harald Weydt) ‘Hoch - tief - niedrig. Primäre und metaphorische Bedeutungen von antonymischen Adjektiven.’ In: Ulrich Hoynkes, Hrsg., Panorama der lexikalischen Semantik. Tübingen 1995, pp. 715 - 743.
6. ‘La construction des champs déictiques dans la sémi-oralité’. In: Rika van Deyck, Hrsg., Diachronie et variation linguistique. La deixis temporelle, spatiale et personelle. Gent 1995, pp. 115 - 128.
7. Dichtotomisierende, synkretistische und antinome Diskurse über Kulturen.’ In: Peter Cichon u.a., Hrsg., Lo gai saber. Wien 1995: 3 - 11.
8. ‘Die diskursive Verfaßtheit von Periodisierungen’. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 100, 1995, pp. 58 - 76.
9. Rezension zu: Winfried Busse und Francoise Dugan, Francois-Urbain Dommergue. Le grammairien patriote. In: Zeitschrift für Romanische Philologie 111, 1995, pp. 305 - 308.
10. Rezension von: Antoni Ferranco und Miguel Nicolas, Panorama d’historia de la llengua. In: Zeitschrift für Katalanistik 8, 1995, pp. 172 - 177.

In den letzten Jahren hat sich ihre Aufmerksamkeit wieder verstärkt grammatischen Problemen zugewandt; der Aufsatz mit Harald Weydt über Deiktika in den romanischen Sprachen ist der Auftakt zu einem großen Vorhaben, dem in letzter Zeit ihr besonderes Interesse gegolten hat, dem Projekt ‘Lokale und temporale Deixis in den romanischen Sprachen - Geschichte und Variation’. Es steht im Rahmen des von ihr mitbegründeten Tübinger Sonderforschungsbereichs ‘Linguistische Datenstrukturen’ - eines Sonderforschungsbereichs, in dem versucht wird, neueste Erkenntnisse der theoretischen Linguistik und solide philologische Tradition zusammenzubringen. Das hat ihr gefallen.

Zur ‘Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik’ ist sie im Jahre 1981 gekommen, als Rul Gunzenhäuser aus dem Kreis der Herausgeber ausschied. Alle folgenden Hefte bis zum Wechsel der Zeitschrift zu Metzler im Jahre 1995 sind in ihrem Dienstzimmer geplant worden, zunächst in Frankfurt, ab 1991 in Tübingen. Vieles hat sich in dieser Zeit geändert, drei Dinge sind gleichgeblieben: ihr Dienstzimmer war immer ein wenig chaotisch, den Kaffee hat sie selbst gekocht, weil die Treffen stets am Samstag waren, und die Atmosphäre war wunderbar. Es ist nicht immer ganz einfach, eine Zeitschrift herauszugeben, die ausschließlich Themenhefte hat. Autoren müssen gesucht und aufgefordert werden; manche sagen ab (bemerkenswert selten), aber auch jene, die zusagen, können ihre Zusage nicht immer einhalten. Deshalb muss man mehr anfordern als endlich gedruckt werden können; manchmal aber fällt keiner aus, oder es fallen zuviele aus. Die Beiträge sind zu lang oder zu kurz, oder einfach nicht gut und müssen abgelehnt werden. Oder sie sind sehr gut, kommen aber zu spät. Dann können sie nicht, wie bei einer anderen Zeitschrift, einfach ins nächste Heft genommen werden. Andere, die unaufgefordert eingereicht sind, sind sehr gut, passen jedoch nicht zu den gerade geplanten Themen. Das macht zwar nicht die Planung schwierig, wohl aber ihre Umsetzung. Die Planung selbst war immer ein großes intellektuelles Vergnügen, an dem außer den Herausgebern immer ein oder zwei Verlagsvertreter beteiligt waren. Gewöhnlich wurde von den Herausgebern reihum ein gutes Dutzend Themen vorgeschlagen, die kritisch diskutiert, bewertet, umformuliert und schließlich auf vier pro Jahr zusammengestrichen wurden. Die Hefte, die Brigitte Schlieben-Lange betreut hat, zeigen wiederum ihre außerordentliche Kreativität und Breite. Ich stelle sie hier in der Reihenfolge ihres Erscheinens zusammen:

1981: Sprache und Literatur in der Französischen Revolution
1982: Sprachgeschichte und Sozialgeschichte (gemeinsam mit Jürgen Gessinger)
1983: Fachsprache und Fachliteratur (gemeinsam mit Helmut Kreuzer)
1985: Lesen - historisch
1986: Sprache und Wissen
1988: Literarische Schreibprozesse
1989: Sprache und Revolution
1990: Wortarten (gemeinsam mit Hubert Ivo)
1991: Zukunft der Sprache (gemeinsam mit Wolfgang Klein)
1992: Sprache und Kolonialismus
1993: Materiale Bedingungen der Sprachwissenschaft
1994: Rhythmus
1995: Kulturkonflikte in Texten
1996: Sprache und Subjektivität I (gemeinsam mit Wolfgang Klein)
1996: Sprache und Subjektivität II (gemeinsam mit Wolfgang Klein)
1997: Technologischer Wandel in den Philologien (gemeinsam mit Wolfgang Klein)
1998: Verschriftlichung
1999: Katechese, Sprache, Schrift

Der Vorschlag für das vorliegende Heft ist in der gemeinsamen Diskussion entstanden; es ist ihr letztes geworden.

Im letzten Absatz meines eigenen Beitrags zu diesem Heft, geschrieben kurz nachdem sie uns wissen ließ, daß sie fleißig an ihrem Beitrag arbeitet und hofft, ihn bald fertig zu haben, zitiere ich das bittere Wort von Stifter aus dem ‘Hagestolz’:

Er [der Hagestolz] saß ganz einsam auf seiner Insel; denn wie er einmal selber gesagt hatte, es war alles, alles zu spät, und was versäumt war, war nicht nachzuholen.

Wenn man von dem Manne das Gleichnis des unfruchtbaren Feigenbaumes anwenden wollte, so dürfte man vielleicht die Worte sagen: ‘Der gütige, milde und große Gärtner wirft ihn nicht in das Feuer, sondern er sieht an jedem Frühlinge in das früchtelose Laub, und er läßt es jeden Frühling grünen, bis einmal auch die Blätter immer weniger sind, und zuletzt nur die dürren Äste empor ragen. Dann wird der Baum aus dem Garten weggetan, und seine Stelle weiters verwendet. Die übrigen Gewächse aber blühen und gedeihen fort, und keines kann sagen, daß es aus seinen Körnern entsprossen ist und die süßen Früchte tragen wird, wie er.’ Dann scheint immer und immer die Sonne nieder, der blaue Himmel lächelt aus einem Jahrtausend in das andere, die Erde kleidet sich in ihr altes Grün, und die Geschlechter steigen in der langen Kette nieder: aber er ist aus allen denselben ausgetilgt, weil er kein Bild geprägt hat, seine Sprossen nicht mit hinunter gehen in dem Strome der Zeit. - Wenn er aber auch noch andere Spuren gegründet hat, so erlöschen diese, wie alles Irdische erlischt - und wenn in dem Ozean der Tage endlich, endlich alles untergeht, selbst das Größte und Freudigste, so geht er eher unter, weil an ihm schon alles im Sinken begriffen ist, während er noch atmet, und während er noch lebt.

SIE hat gelebt, sie hat ihr Bild in die lange Kette der Geschlechter eingeprägt, ihre Sprossen gehen mit hinunter in dem Strom der Zeit.

Von den Toten redet man nur Gutes, weil es der Brauch ist. Von Brigitte Schlieben-Lange kann man nur Gutes reden, weil sie eine überragende Wissenschaftlerin und ein wundervoller Mensch war.


 

Summaries



Wolfgang Klein

Fatal Traditions

Research lives on the accumulated knowledge and insights of earlier generations. But our way to deal with this heritage is peculiar and sometimes fatal. The history of science is full of legends, and it is often much more characterised by the glorification of the heroic deeds of a few geniuses than by an accurate picture of how knowledge evolved. Newton, Darwin and Einstein are perfect illustrations. At the same time, substantial progress in some disciplines is seriously hampered by concepts inherited from our scientific ancestors. The study of language, for example, is still based with notions such as ‘subject, object, verb, noun’. These notions were originally developed in the Antiquity for languages such as Greek and Latin, and they are adapted to their specific structural properties. But they have never found a precise definition. It is just this vagueness which makes them so perfectly suited for a first and rapid analysis of linguistic facts but which proves to be a serious obstacle to any deeper understanding of language.






Wolfgang Haubrichs

The invention of the grand-children.
Germanic and German kinship and generation terminology

The first objective of this study is to reconstruct, against the background of Proto-Indo-European, the system of terms designating the consanguineal relatives (father, grandfather, father's brother, son, daughter etc.), the affines (parents-in-law, daughter-in-law, bride, husband etc.) and the generations (ancestors, descendants, children, young men and women etc.) in the Germanic languages of the Early Middle Ages. Compared with the unilateral, patrilinear structure of the Proto-Indo-European kinship and generation terminology, the innovations of Germanic times indicate a more extensive and more complex organisation of the kinship group, beside a strengthening of the cognatic connections on the side of the mother's relatives, and beside a social diversification of generation terms. The system has become ambilateral, elaborating also general terms of kinship and generation, reflecting the polyfunctionality of the kinship groups. Under the influence of French cultural development, German and other western languages elaborate, in the Late Middle Ages and mainly in Early Modern Age, a bilateral system of kinship terms (grand-parents, uncles, aunts, cousins etc.) which are not longer differentiated for both sides, father's side or mother's side of kinship. So the relatives of father and of mother have become equivalent members of the family and of the generation groups.

 






Walter Erhart

Generations – the use of an old concept in the latest history of literary criticism

  The essay explores the use and the applicability of the concept of "generation" for the historiography of the humanities. The starting point for the analysis is the current discussion of new perspectives and research on the history of literary criticism in Germany. After an over-view of the sociological debate on the "generational approach" as a model to understand changes in modern societies (dealing with theories from Karl Mannheim to the present) the essay attempts to outline this approach for the humanities, first through a comparison with a classic text for the natural sciences, Thomas S. Kuhn's "The Structure of Scientific Revolutions". A concluding case study provides evidence of the results and problems of using the concept of "generation" as a tool to understand the history of the humanities and the universities - sketching the history of German literary criticism in the 20th century.






Ralf Schnell

‘Holocaust-literature’ and the problem of generations




This essay presents ‘Holocaust-Literature’ as a substantial question between generations. It focusses on works of Jean Améry, Imre Kertész, Cordelia Edvardson and Ruth Klüger under the perspective of narrative structures. The examples show that abstract terms like those of ‘Gedächtniskultur’ or ‘Erinnerungskultur’ are not really adequate ways of describing the specific quality of literary works which deal with the individual and very personal experiences of a ‘Konzentrationslager’. Thus ‘Holocaust-literature’ is neither a monument of history in general like Peter Eisenman’s planned ‘Holocaust-Mahnmal’ in Berlin nor a part of contemporary ‘Kulturalismus’ (G. Hartman). It is a kind of generation-orientated historical work linked to the demands of literary form.






Labor

Maria Besse

Alter Ton und neue Daten. Zur technischen Aktualisierung eines Wörterbuchs („Wörterbuch der deutschen Winzersprache“)

The project Wörterbuch der deutschen Winzersprache (WDW), subsidized by the “Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz” and the “Bezirksverband Rheinland-Pfalz”, intends the complete documentation of the technical language of the vintners in Europe. It analyses, in a more intensive manner, the same material on which the Wortatlas der kontinentalgermanischen Winzerterminologie (WKW) bases: approximately 520 tapes and the corresponding phonetic transcriptions made on the spot by different persons. For this, two programs are developed: the first (“WDWSIC”) allows to secure the original sound data from a tape on CD-ROM by using MPEG audio coding; the second (“WDWDialog”), a relational data base based on SQL (Structured Query Language), makes possible to save and modify the extensive material in view of the projected dictionary: a print version accompanied by CD-ROM. The two programs do complement one another. The most important fact is the possibility to mark and save in the data base the beginning of the track which is corresponding on the phonetic transcription. This way it is possible to play it as often as you like in order to control the transcription.