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Lili - Heft 132



Thema: Konzeptionen der Medienwissenschaften I

Herausgeber dieses Heftes:
Ralf Schnell





Inhalt

Ralf Schnell
Einleitung – Introduction

Sektion 1: Kulturwissenschaften

Ralf Schnell
Einführung

Hartmut Böhme
Hängt 'Kultur' von Medien ab?

Georg Christoph Tholen
Medienwissenschaft als Kulturwissenschaft. Zur Genese und Geltung eines transdisziplinären Paradigmas

K. Ludwig Pfeiffer
Von der Erfindung der Medienwissenschaft als regelmäßiger Übung. Anmerkungen zum Verhältnis der verschiedenen Formen des Wissens über Medien

Rainer Leschke
Von der Erfindung der Medienwissenschaft als regelmäßiger Übung. Anmerkungen zum Verhältnis der verschiedenen Formen des Wissens über Medien

 

Diskussion Sektion 1

 

Sektion 2:Film- und Fernsehwissenschaft

Klaus Kreimeier
Einleitung

Helmut Korte
Film- und Fernsehwissenschaft als Teilgebiet der Medienwissenschaft

Joachim Paech
Für eine Filmgeschichte der Medienwissenschaft

Knut Hickethier
Film und Fernsehen als Gegenstände der Medienwissenschaft

Ulrich Demmer
Für eine Medienkompetenz der Macher

Helmut Schanze
Literaturwissenschaft – Medienwissenschaften – Medienwissenschaft. Von der Literaturwissenschaft zur Medienwissenschaft

 

Diskussion Sektion 2

 





Ralf Schnell

Einleitung

Die gegenwärtige Lage der an Medien und Kommunikation interessierten Disziplinen und Praxisbereiche ist durch eine Vielfalt disziplinen- und schulenspezifischer Vorgehensweisen gekennzeichnet. Die Vielfalt dieser Ansätze entspricht der Dynamik der Wandlungsprozesse in der Medienindustrie, in der Gesellschaft und in den Wissenschaftsbereichen, die sich diesen Veränderungen stellen. Die Institutionalisierung der Medienwissenschaft und medienwissenschaftlicher Studiengänge, der Aus- oder Umbau philologischer, literatur-, theater-, film- und fernsehwissenschaftlicher Fachbereiche und Institute zu Lehreinheiten oder Fächern der Kommunikations- und Medienwissenschaft schreitet beschleunigt voran.

Ohne Zweifel ist die fächerübergreifende und auf Verselbstständigung drängende Entwicklung der Medienwissenschaft im Zusammenhang zu sehen mit übergreifenden Prozessen der medienpolitischen und medientechnischen Entwicklung und der gesellschaftlichen Reaktionen darauf. Andererseits markiert sie aber auch einen Schritt oder einen Abschnitt in der Transformation der Geisteswissenschaften, speziell ihrer medienbezogenen Disziplinen, die sich durch Importe von Theorien, Methoden und Resultaten aus Kommunikationswissenschaft, Psychologie, Soziologie, Pädagogik oder Marktforschung immer deutlicher den Sozialwissenschaften annähern.

Diese Entwicklungen begründen nicht nur einen erheblich gestiegenen Bedarf für wissenschaftliche Forschungen und Befunde zu den einzelnen Medien und aus den Perspektiven aller einschlägigen Einzeldisziplinen, sondern vor allem auch einen Bedarf für solche Forschungen und Befunde, die Wissen problemorientiert – und d.h. zugleich praxis- und anwendungsbezogen – verfügbar machen. Diese Bedarfslage kann weder eine Literatur-, noch eine Fernseh- oder Musikwissenschaft, weder eine (Medien-) Psychologie, noch eine (Medien-) Soziologie oder irgendeine andere Bindestrichdisziplin jeweils allein befriedigen. Denn in Zeiten omnipräsenter, immer stärker konvergierender Medien und zunehmend medial gestützter Wirklichkeitskonstruktionen sind schon die Problemlagen multi-medial und multi-dimensional.

Vor dem Hintergrund dieser Gegenstandsbestimmung hat das Institut für Medienforschung der Universität Siegen mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vom 22. bis zum 23. 11. 2002 eine Tagung zum Thema „Konzeptionen der Medienwissenschaften“ veranstaltet. Ziel dieser Tagung war es, zu einer Klärung der Problemlagen beizutragen und die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Bereichen zu fördern. Zu diesem Zweck wurden unterschiedliche Konzeptionen der Medienwissenschaft, wie sie sich in den vergangen Jahren an deutschen Hochschulen etabliert hat, präsentiert und diskutiert. Da die medienwissenschaftlichen Ansätze zu verschiedenen Disziplinen gehören, war die Struktur dieses Symposions an bestehenden Arbeitsschwerpunkten und Disziplinen orientiert. Es sollte die konzeptionellen Bedingungen medienwissenschaftlicher Institutionalisierungsvarianten aus den Perspektiven und Interessenlagen der beteiligten Disziplinen sowie der Praxis klären und Entwicklungslinien im Sinne transdisziplinärer Forschung und Lehre aufzeigen.

Der Verlauf dieses Symposions wird in zwei aufeinander folgenden LiLi-Themenheften dokumentiert. Die Beiträge der Referentinnen und Referenten repräsentieren, einschließlich des je unterschiedlichen Ausführungsgrades der Überlegungen, pointierte Wahrnehmungen und Standortbestimmungen der an diesem Rundgespräch beteiligten Disziplinen. Zu den vier Sektionen – Kulturwissenschaft, Film- und Fernsehwissenschaft, Kommunikations- und Sozialwissenschaft, Informatik/ Design – finden sich jeweils Einleitungen der Sektionsleiter und Moderatoren. Im Anschluss an die Wiedergabe der Referate werden auszugsweise die Diskussionen dokumentiert. Der abschließende Beitrag von Gebhard Rusch bietet ein Resümee des Tagungsertrages.

Der DFG schulden die Veranstalter Dank für die Förderung der Tagung. Den Mitarbeitern des Instituts für Medienforschung der Universität Siegen (Peter M. Hejl, Raimund Klauser, Gebhard Rusch, Monika Traut) ist für die Organisation, den Moderatoren der einzelnen Sektionen für die Strukturierung der Diskussionen zu danken. Für Hilfe bei den Transkriptions-, Redaktions- und Übersetzungsarbeiten danke ich Alexandra Berg, Nicola Glaubitz, Maren Joost, Andreas Käuser und Renée Rogage.