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Lili - Heft 135



Thema: Eros

Herausgeber dieses Heftes:
Ralf Schnell





Inhalt

Ralf Schnell
Einleitung - Introduction

Gyburg Radke
Sokrates’ große Liebe. Der philosophische Eros in den Dialogen Platons
Socrates’ big love. The philosophical Eros in the platonic dialogues

Masato Izumi
Unicornis asianus und der geheiligte Eros
Unicornis asianus and the sacred Eros

Susanne Schlünder
Erótica hispánica. Liebes- und Leibesfiguren im 18. Jahrhundert
Erótica hispánica. Figures of love and body in the 18th century

Anne Maximiliane Jäger
„Eine so vielfältige Verwechslung...“. Frauenliebe und Eros der Macht in Robert Neumanns Roman Festival (1962)
„Eine so vielfältige Verwechslung...“. Lesbian love and the eroticism of power in Robert Neumann’s novel Festival (1962)

Georgeta Vancea
Die Elementarteilchen der Liebe in den Geschichten des Begehrens. Postmoderne Thematisiserung des Eros
Particles of love in stories of desire. Post modern literature on Eros

Waltraud >Wara< Wende
Love is more than just a game for two... Grenzerfahrungen in Stanley Kubricks EYES WIDE SHUT (England 1999) und Laetitia Colombanis À LA FOLIE... PAS DU TOUT (Frankreich 2002, dt.: WAHNSINNIG VERLIEBT)
The experience of limits in Stanley Kubricks EYES WIDE SHUT (England 1999) und Laetitia Colombanis À LA FOLIE... PAS DU TOUT (Frankreich 2002, dt.: WAHNSINNIG VERLIEBT)

 

Labor

Rudolf Wohlleben
Besteht eine sprachliche Nähe zwischen Stefan Georges Gesamtwerk und dem „Mythos des zwanzigsten Jahrhunderts“ (von A.Rosenberg) bzw. dem Nazi-Jargon, Erörterung anhand von vierzig zentralen Begriffen
Does there exist a lingual proximity between Stefan Georges works and The Myth of the 20th Century (A. Rosenberg)? An exemplary study at forty words/metaphors

Seongho Son
Linguistik mit Multimedia
Multimedia and Linguistics

Dragica Bukovcan
‚Großer Lauschangriff’oder ‚Gefahr im Verzug’. Wie geht man mit der fachsprachlichen Phraseologie um?. ‘Großer Lauschangriff’ or ‘Gefahr im Verzug’.






Ralf Schnell

 

Einleitung

 

Vom Anfang aller Dinge erzählen zahlreiche Mythen, von den orphischen Fragmenten bis zur Theogonie des Hesiod, eine Fülle ebenso vielfältiger und abgründiger wie farbiger und bilderreicher Geschichten. Am Anfang war Nyx - so beginnt eine der Erzählungen -, die Göttin der Nacht, ein Vogel mit schwarzen Flügeln: Sie habe sich mit dem Wind der Urnacht gepaart und nach der Befruchtung ein silbernes Ei in den Schoß der unendlichen Dunkelheit gelegt. Zuerst entstand das Chaos, heißt es dagegen bei Hesiod, danach Gaia, die breitbrüstige Göttin der Erde, die Uranos, den Himmel, und Okeanos, das Meer, hervorgebracht habe. So unterschiedlich und so wenig miteinander vereinbar diese variablen Fassungen antiker Schöpfungsmythen auch ausfallen mögen, die Karl Kerényi in seiner bewundernswürdig vielschichtig und vielgestaltig aufgefächerten Sammlung der antiken Götter-, Heroen- und Menschheitsgeschichten zusammengetragen hat - gemeinsam ist ihnen die unmittelbare Gegenwart des Eros, des Liebesgottes, der auch Protogonos genannt wurde, der ‚Erstgeborene‘ unter den Göttern, oder Phanes, der alles ‚ans Licht bringende‘ Gott. Eros ist es, der in den orphischen Fragmenten aus dem silbernen Ei der Nyx hervortritt, ein Gott mit goldenen Flügeln, der Himmel und Erde zu jener Verbindung bringt, aus der das Geschwisterpaar Okeanos und Thetys hervorgeht. Und auch bei Hesiod ist Eros ein Gott der ersten Schöpfungsstunde, zugleich der schönste unter den Unsterblichen, jener, der den Geist der Götter wie der Menschen beherrscht und die Glieder zu lösen versteht.

 

Er hat seine Macht bewahrt, bis heute. Von den frühesten Götter- und Menschheitsgeschichten bis in die alltäglichsten Phänomene unserer Tage hat sein Wirken ein vielmaschiges Netz aus Tönen, Bildern und Texten gesponnen, die von Lust und Leid, Sehnsucht und Trauer, Ekstase und Erfüllung, Glück und Enttäuschung handeln. Ein transhistorisch, transkulturell und transmedial verwobenes Netz aus universal kommunizierbaren Zeichen und Symbolen, Allegorien und Metaphern – mehr als alle anderen Mythen kündet der des Eros von Zeitlosigkeit und Allgegenwart der alten Erzählungen. Die Künste aller Kulturen haben ihm ihre Denkmäler gesetzt, ungeachtet aller epochalen Zeitsprünge und semiologischen Spezifikationen. Die alten Erzählungen haben überdauert, nicht allein in der abendländischen Welt, weil mit ihnen sich die alten Menschheitsrätsel stets aufs Neue stellen. Und sie werden weiter wirken - wenn nicht alles täuscht -, weil wir in ihrem Zeichen unsere Zeit zu deuten und, womöglich in erneuertem Gewand, uns selbst zu erkennen vermögen.

 

Kein Wunder also, dass jener Mythos, dem das Schwerpunktthema dieser Ausgabe von LiLi gewidmet ist, auch im Zentrum des Gründungsmanifests zum Verhältnis der sinnlichen und der philosophischen Qualität menschlicher Sehnsucht nach Erkenntnis und Liebe zur Wahrheit steht: Platons Symposion. Auch hier in einer bezeichnenden Variante der zitierten mythischen Grundversionen, der zufolge Eros während der Feiern zu Ehren der Aphrodite von Poros (griech. ‚Ausweg‘) im Liebesakt mit Penia (griech. ‚Armut‘) gezeugt wurde - ein Mängelwesen also, arm an Schönheit, doch begabt mit der Fähigkeit, Auswege aus seiner Bedürftigkeit zu finden, und stets auf der Suche nach Vervollkommnung, Glück und Erfüllung.

 

Gyburg Radke zeigt in ihrem Beitrag über den philosophischen Eros in den Dialogen Platons, dass Sinnlichkeit und Erkenntnis einander weder widersprechen noch ausschließen, sondern dass sie zueinander in einem Bedingungsverhältnis stehen, das seinerseits nach dem Ideal einer Stufung von Erkenntnisschritten in aufsteigender Folge konstruiert wird. ‚Erotisch‘ daran ist gerade die Sehnsucht, die – vom konkreten, sinnlichen Einzelnen ausgehend – zugleich von einem Mangel zeugt: dem Mangel an Weisheit, den sie im Streben nach der Wahrheit und der Schönheit der Erkenntnis zu überwinden trachtet. Der mythische Eros ist in den Dialogen Platons mithin zutiefst philosophisch, die Philosophie durch und durch erotisch konzipiert.

 

Auf andere Weise und in anderer Gestalt hat sich die Substanz des Eros-Mythos in den transkulturell, von Europa bis Japan, lebendigen Legenden vom Einhorn erhalten. Diese Legende hat ihren Ursprung in der indischen Rsyasrnga-Sage, mit deutlichen Parallelen im Gilgamesch-Epos, und wurde durch das kleine Volksbuch Physiologus in Europa verbreitet. In ihr wird von dem Fang eines Einhorns durch eine Jungfrau und der Begründung einer erotischen Beziehung zwischen beiden auf eine Weise berichtet, die Naturschilderung mit Volksglauben, Mystik mit Didaktik und Unterhaltungsanspruch mit Wissensvermittlung verbindet. Die Polyvalenz des Einhorns – Phallussymbol und Unschuldszeichen in einem – ermöglichte die vielgestaltige Rezeption, durch die Kulturen hindurch, die sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Geschichten und Topoi verzweigt hat, meist religiösen und rituellen Charakters und nicht selten verbunden mit moralischem Zeigefinger und unverhohlener Spottlust angesichts der Irrungen und Wirrungen im Zeichen des Eros. Masato Izumi arbeitet in seiner Skizze der Einhorn-Tradierungen Konstanten und Variablen dieser Legende heraus, unter denen nicht zuletzt ihre anthropomorphisierende Fortschreibung als christlicher Erlösungsmythos von der Sublimierungsfunktion der Erotik zeugt.

 

Dass der Sublimierungsfunktion des Eros auf der einen Seite seine Fähigkeit zur Subversion auf der anderen Seite der Waagschale des Begehrens entspricht, zeigt sich an den Leibes- und Liebesfiguren in der spanischen Literatur des 18. Jahrhunderts, die Susanne Schlünder nachzeichnet. Ihre Subversivität bedeutet freilich keine bloße Exaltation, die lustvoll dem asozialen Ideal der Regelverletzung folgte, sondern sie bildet einen legitimen, akzeptierten und integralen Bestandteil der Epochenkultur. Ausgehend von Moratíns Arte de las Putas (Die Kunst der Dirnen, 1777) führt Susanne Schlünder in den sozialen Kontext ein, in den die Figuren des Liebesdiskurses im Zeitalter der Aufklärung in Spanien eingebettet sind. Zu den Traditionen, in denen sie stehen und durch die sie generiert werden, zählt eine prä-moderne Erotik des Grotesken ebenso wie eine reformorientierte Öffnung des Diskurses über Sexualität. In beiden verbinden sich vormoderne und hochmoderne Figuren des Denkens und Schreibens, in denen Spaniens spezifischer Beitrag zur Geschichte der Eros-Rezeption in Europa zum Ausdruck kommt.

 

Zu den am meisten unterschätzten Autoren in Sachen ‚Eros‘ zählt Robert Neumann, unterschätzt gleich in dreifacher Hinsicht: zum einen durch die Festlegung auf das Schreibfach des Parodisten, für das er mit seinen legendären Etüden unter dem Titel Mit fremden Federn seine literaturgeschichtliche Approbation erhalten hat; zum anderen durch die Exkommunikation aus dem Zusammenhang der Nachkriegsliteratur, die ihm wie vielen anderen Autoren des Exils widerfuhr; schließlich durch die pejorativen Etiketten des ‚Obszönen‘ und der ‚Bauernfängerei‘ – man schrieb sie vor allem jenen seit langem und zu Unrecht vergessenen Werken zu, die ihn in Wahrheit als einen erotischen Schriftsteller eigener Art ausweisen. Maximiliane Jäger arbeitet diese Qualität am Beispiel des Romans Festival (1962) heraus, in dem Neumann sich als subtiler literarischer Beobachter und kunstvoller Inszenator einer lesbischen Liebesbeziehung erweist. Die Einbettung des Sujets in eine historisch dimensionierte Konfliktkonstellation wie seine Verschränkung mit politischen Konflikten haben den Roman bei seinem Erscheinen vor der Skandalisierung nicht bewahrt – im Gegenteil. Doch die Subtilität, mit der hier ein männlicher Autor eine spezifisch weibliche Ausprägung erotischer Intimität im Zusammenhang (seinerzeit) aktueller gesellschaftlicher Koordinaten entworfen hat – und zwar deutlich vor den sozialstatistischen Erhebungen einer Nancy Friday –, regt dazu an, erneut über die seismographischen und antizipatorischen Qualitäten literarischer Wahrnehmung nachzudenken.

 

Dies gilt auch und erst recht angesichts von Ethik und Ästhetik im Zeichen postmoderner erotischer Literatur. Georgeta Vancea zeigt in ihrem Beitrag, dass sich die „Elementarteilchen der Liebe in der Geschichte des Begehrens“ während der vergangenen Jahrzehnte dramatisch verändert haben. Tabus wurden außer Kraft gesetzt, Romantizismen de(kon)struiert, die Theoriebildung – Gender, Feminismus – bestimmt den erotischen Diskurs. Doch besteht in der Literatur eine Art von Gegen-Arbeit, die im Aufwind postmoderner Befreiungsimpulse die Grenzen zwischen den Geschlechtern in Frage stellt, auf Differenzen setzt, Stereotypenbildungen zurückweist und ästhetische Innovationen bietet. Eine Literatur, die, extrapoliert man die in ihr angelegte Produktivität des Subversiven, auf eine Erweiterung des erotischen Wahrnehmungshorizontes hinausläuft.

 

Dies gilt auch, last but not least, für den Film. Am Beispiel von Stanley Kubricks ‚Eyes wide shut‘ (1999) und Laetitia Colombanis ‚À la folie... pas du tout‘ (dt.: ‚Wahnsinnig verliebt‘, 2002) verdeutlicht Wara Wende die filmästhetischen Konsequenzen des postmodernen Entgrenzungs- und Simulationsspiels ‚Eros‘. Filmische ‚Als ob‘-Welten suggerieren Wirklichkeiten, die nicht existieren, Substantialitäten, die außer Kraft gesetzt sind, Möglichkeiten, die ihren Wahrheitsgehalt in der Illusion besitzen. An die Stelle des Eros tritt eine Simulation des Begehrens, die sich in Konstellationen, Figurationen und Konstruktionen relativiert. Spiegelungen brechen Liebe und Leidenschaft, die Perspektive tritt an die Stelle des Erlebens, Erfahrung wird ersetzt durch Imagination, Phantasie und Virtualität des erotischen Geschehens. Vielleicht bieten die Formen filmischer Medialisierung, wie sie in den hier analysierten Beispielen erkennbar wird, die zeitgemäße Antwort auf die Frage nach dem status quo, den die Entwicklung des Mythos bis heute gewonnen hat.

 
 

In diesem Falle ließe sich ‚Eros‘ auch als ein Maßverhältnis verstehen. Tatsächlich ist ‚Eros‘ ja nicht allein jener Mythos, von dem in diesem LiLi-Themenheft die Rede ist. ‚Eros‘ ist auch der Name, den die Astronomie einem kleinen Planeten mit der Ordnungsziffer 433 gegeben hat. Seine mittlere Entfernung von der Sonne, so lehrt jedes Konversationslexikon mittlerer Reichweite, beträgt 1.46 Erdbahnhalbmesser, seine Umlaufszeit 643 Tage. Er vermag sich unserem Planeten nur auf 20 Millionen Kilometer zu nähern, und deshalb kann man seine Entfernung von der Erde trigonometrisch sehr genau vermessen. Er ermöglicht uns in Verbindung mit dem dritten Keplerschen Gesetz die Berechnung der gesamten Maßverhältnisse der Planetenbahnen und damit auch der Sonnenparallaxe, d.h. der astronomischen Maßeinheit. Stellt man diese Koinzidenz in Rechnung, dann bietet unser Gang durch die Geschichte des erotischen Diskurses Anlass, unser Verhältnis zum Ursprungsmythos (und damit zu uns selbst), aufs Neue – nicht gerade zu vermessen, aber doch zu bedenken.


 

 

Summaries



 

Gyburg Radke

 

Socrates’ big love. The philosophical Eros in the platonic dialogues

 



In the platonic dialogues, there is but one exception to the socratic confession of ignorance: Socrates claims for himself a knowledge of the erotica, of love matters. In this paper the connection between the platonic concept of philosophy, which is developed along the lines of the paradigm of the ignorant Socrates, and the role of Eros in platonic conversations is scrutinized. This connection displays not only dramatic-literary and performative, but also dialectical aspects: Plato puts Socrates onstage in his physicalness and his overcoming of fleshliness as a philosophical Eros. Plato, the ‘poet-philosopher’, uses this performance primarily in order to visualize something genuinely conceptual, namely, the revolutionary adventure of his theory of ideas. This theory constitutes a new foundation of cognition on a truly conceptual basis and, as Diotima’s conception of love shows, does not result in a rationalistic reduction of the notion of Eros or in an anti-hedonistic intellectualism, but leads to the ultimate lust that humans can achieve: to a view on the ‘ocean of beauty’.

 





 

Masato Izumi

 

Unicornis asianus and the sacred eros

   
 

The motif “the capture of the unicorn by the maiden” which was brought to Europe through Physiologus, has its origin in Rsyasrnga-Legend of India. And it is possible to presume that this motif included in the Rsyasrnga-Legend was originally materialized in response to the influence of the Gilgamesh epic poetry of the Orient. The motif of “the unicorn captured by the maiden” in Rsyasrnga-Legend of India conveyed the image of a unicorn as an animal to the Occident, and the image of a unicorn as man to the Far East. In this paper, the Gilgamesh epic poetry, Rsyasrnga-Legend, ‘The Mystic Hunt of the Unicorn’ of Europe, and ‘Ikkaku-Sennin-Tale’ of Japan are analysed in regard to the theme of the erotic relation between a unicorn and a maiden. Concluding from the analysis, it is clearly pointed out that in the structure of the scene of temptation Eros stimulates the inversion of a certain kind of social values. However, in the picture of ‘The Mystic Hunt of the Unicorn’, the function of Virgin Mary as a temptress is changed to that of Archangel Gabriel who plays a role of ‘The Mystic Hunter’, thus exempted from an erotic association. It could be also said that the essential purpose of the temptation of the unicorn by the woman is to ‘humanize’ the transcendent unicorn.

 
   

 





 

Susanne Schluender

 

Erótica hispánica: Figures of love and the human body in 18th century Spanish literature

 



   
 

Different to what is commonly accepted, there is a series of erotic texts, which not only prove the subversive side of 18th century Spain, but also should be considered an integral part of that century. The following article takes as a starting point Moratin’s Arte de las Putas with its many intertextual references to show central figures of love and the human body in Spanish literature of the Enlightenment. The poem holds twin references which are specific for many artefacts of late 18th century Spain: It continues a tradition of pre-modern grotesque erotica existing in Spain and at the same time shows an educational-reformatory body of thought, which indicates emerging discourses of sexuality. In these twin references to the educationally modern and the grotesquely pre-modern figures of thought a specific Spanish contribution to European Enlightenment(s) is demonstrated.

 





 

Anne Maximiliane Jäger

 

„Eine so vielfältige Verwechslung...“. Lesbian love and the eroticism of power in Robert Neumann’s novel Festival (1962)

   
 
 

In his novel Festival, published in 1962, Robert Neumann interlaces two epic plots. On the one hand the story of two men and one woman which reaches back into the days of the Second World War and the French Résistance and is thus strongly focussed on the questions of political and personal developments within the political frames of capitalism and socialism. On the other hand the encounter and lesbian love affair of two women which, with its dialogic character and the repeated interchange of roles, as an ephemeral realisation of intimate equality is opposed to the corruption and subjection of eroticism, love and sexuality under the primacy of political and financial interests shown in the other part of the narration. Basically exposed as a search for dialogue and appropriate language, Neumann´s literary portrayal of lesbian love not only represents a recourse on his own intellectual and cultural tradition dating back to the days before the Nazi takeover of power, but also reflects his own search for language in the time of his slow return from biographic and linguistic exile.

 





 

Georgeta Vancea

 

Particles of love in stories of desire. Post modern literature on Eros

 

 
 
 

The article shows how post modern literature offers new ways of re-thinking and re-reading Eros, how it responds to the changing mentalities and social morals and how it provides insight into the socio-cultural paradigms, with which it enters a mutual relation of dialogue, contestation and parody. The ethics and aesthetics of Eros, that is, the literary representation of love, desire and sexuality, has dramatically changed during the last decades due to the influence of post modern theories and the explosion of sexual discourses in the public sphere. Former taboos have been shattered by an aesthetics of the obscene, and the romantic utopia of love has been both deconstructed by feminist gender theories and ruined by the “use of lust”. Nevertheless, contemporary fiction represents a definite step forward and a social critique in its exploration of ethical and political questions related to the impact of Eros on identity and its links to gender, power, violence, race and politics. Literary narratives have fore grounded female sexuality and unstable borderline and homosexual identities, binding together sexual alterity and aesthetic innovation. As a result, post modern literature challenges the ethics of sexual identities and differences, interrogates stereotypes and conventions and heightens our critical awareness of them. It extends the modes of femininity and gender identities, and ultimately broadens our view of love, desire and sexuality.

 



 

Waltrad >Wara< Wende

 

The experience of limits in Stanley Kubricks EYES WIDE SHUT (England 1999) und Laetitia Colombanis À LA FOLIE... PAS DU TOUT (Frankreich 2002, dt.: WAHNSINNIG VERLIEBT)

 

   
 

Both films aim at confusing appearance and reality, desires and facts, possibility and dream. Subtle experiments carried out on the audience's habits of visual perception refer eros, desire, love lust and passion to the drama of seeing and not-seeing, of showing and not-showing facts. The audience can thus no longer rely on objectivity, as at a second glance many facts turn out to be different from what they first seemed to be. Blurred lines between the world of thought and factual reality, mysteriousness and contradictions leave no room for dependable statements of reality or a more than just individual reliability of perception. Ambiguity is not only an inherent feature of the main characters' visions of reality, but it is also present in the powerful pictures on the screen alluring the audience.

 





 

Labor

   
   

Rudolf Wohlleben

 

Does there exist a lingual proximity between Stefan Georges works and The Myth of the 20th Century (A. Rosenberg)? An exemplary study at forty words/metaphors

   
 

A linguistic comparison of forty (here only four) words/metaphors was performed in order to find an answer on the question of the paper’s title. In order to realize this comparison, a. the numerical frequency of these words was examined and b. their semantic meaning (cf. Vater) was illuminated. The frequencies are very different – with a few exceptions – and the semantics tend to go in totally different directions for both the authors; therefore a proximity between George and Rosenberg could not be found.

 
   

 





 

Dragica Bukovcan

 

LSP phraseology – how to handle it?

 

 

   
 

LSP phraseology has been discussed and at the same time denied as a linguistic phenomenon by a number of authors during the last few decades. Some stylistic features of a highly formalized register of the legal language and of the court communication have been in the focus of discussion of linguists whereas other related subregisters, like the subregister of criminology, have been neglected to a certain extend despite the fact that they share a number of features with the basic discipline. In this paper the phrasal expressions and syntagmatic terms in the German language of criminology have been exemplified and compared with the idiomatic expressions in the general language. It has been confirmed that the multiword terms can be expressive and idiomatic but they still function as terminological units. Their complexity should be studied on an interdisciplinary basis.