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Lili - Heft 144

Dezember 2006


Thema: Ritual und Literatur

Herausgeber dieses Heftes:

Wolfgang Haubrichs






Inhalt

Wolfgang Haubrichs

Einleitung

Introduction


Jutta Eming

Ritualisierte Konfliktbewältigung bei Eilhart und Gottfried. Der Mordanschlag auf Brangäne und das Gottesurteil

Ritualized conflict management in the Tristan-Romances of Eilhart and Gottfried: The Attempted Murder of Brangäne, and The Ordeal


Albrecht Classen

Rituale des Trauerns als Sinnstiftung und ethische Transformation des eigenen Daseins im agonalen Raum der höfischen und postheroischen Welt. Zwei Fallstudien: Mai und Beaflor und Diu Klage

Rituals of mourning as the basis for the constitution of meaning and for the ethical transformation of human existence in the agonal space of the courtly and post-heroic world. Two case studies: Mai und Beaflor and Diu Klage


Ruth Sassenhausen

Das Ritual als Täuschung. Zu manipulierten Ritualen im Pfaffen Amis

Ritual as deception. Manipulated rituals in Der Pfaffe Amis


Christiane Witthöft

Gottes Urteil oder Geist der Erzählung? Gerichtliche Zweikämpfe im Prosalancelot

God’s judgement or the spirit of the narrative? Judicial duels in Prose Lancelot


Burckhard Dücker

Fackelzüge als akademische Rituale

Torchlight procession – an academic ritual



Labor


Sandro Jung

Form versus manner: The pindaric ode and the ›hymnal‹ tradition in the mid-eighteenth century

Stil gegen Gestalt. Die pindarische Ode und die „hymnische Tradition“ in der Mitte des 18. Jahrhunderts


Uwe Schütte

Die Sprache des Wahnsinns. Harald Kaas und sein Erzählband Uhren und Meere

The language of madness. Harald Kaas and his prose collection Uhren und Meere


Hanno Rüther

Zur Lage der Germanistik in Kirgisistan

German Studies in Kyrgysztan






 

Wolfgang Haubrich

EINLEITUNG - Ritual und Literatur


Der Verduner Autor Laurentius von Lüttich berichtet im zwölften Jahrhundert von einer großen Untat und einer großen Buße des Grafen Gottfried der Bärtige. Dieser hatte im Jahre 1047 die widerspenstige Stadt an der Maas, Verdun eben, erobert, geplündert und - das war das eigentliche Sakrileg - auch die der Gottesmutter geweihte Kathedrale niedergebrannt. Was tun, um die Vornehmste aller Heiligen zu besänftigen? In gegenseitigem Einverständnis mit dem Bischof musste der hochgestellte Adlige als nackter Büßer in die Stadt einziehen und, auf den Knien zum Hauptaltar der verbrannten Bischofskirche rutschend, sich daselbst, also im Angesicht der Maria und ihres göttlichen Sohnes, öffentlich auspeitschen lassen. Die schwere Buße lässt ihn die Versöhnung für seine sonstigen weltlichen Funktionen erlangen, in der weiteren Ausübung seiner Herrschaft behindert sie ihn nicht. Von einem Charakterwandel des Grafen ist nichts bekannt. Hier wird ganz deutlich, dass es nicht auf eine innere Umkehr oder eine innere Reue des Poenitenten ankam, sondern nur auf die Darstellung, den gewissermaßen ‚aesthetischen’ Vollzug der Buße. Sie ist ein Ritual, ohne das die Wiederaufnahme in die Gemeinschaft nicht möglich war.

Umgekehrt hatte der Vollzug eines Rituals stets Folgen, war also nicht etwa ‚leer’, ja konnte sogar einen Anspruch begründen, der nicht leicht zu verweigern war. Dies machte sich 1077 der von Papst Gregor VII. gebannte und damit aus der Gemeinschaft der Christen ausgestoßene Heinrich IV. zu Nutze, als er in schwieriger politischer Situation Deutschland verließ, mitten im Winter die Alpen überquerte und vor der Burg Canossa als Büßender erschien und von dem dort weilenden, aber vermutlich doch überraschten Papst die Absolution, wenn auch nicht bedingungslos, erhält. So erzählt es Lambert von Hersfeld:

„Da kam der König, wie es ihm befohlen war, und da die Burg von drei Mauern umgeben war, wurde er in den zweiten Mauerring aufgenommen, während sein ganzes Gefolge draußen blieb, und hier stand er nach Ablegung der königlichen Gewänder ohne alle Abzeichen der königlichen Würde, ohne die geringste Pracht zur Schau zu stellen, barfuss und nüchtern vom Morgen bis zum Abend, das Urteil des Papstes erwartend. So verhielt es sich am zweiten, so am dritten Tage. Endlich am vierten Tag wurde er zu ihm vorgelassen und nach vielen Reden und Gegenreden wurde er schließlich [...] vom Bann losgesprochen“.

Dies war zweifellos ein politisch motiviertes Ritual, das jedoch im sinnenfälligen Vollzug seine normative Kraft entfaltete, ohne eine innere Dynamik zu verlangen. Der König absolvierte die Stationen des Schemas vor dem Papst und dem beiderseitigen Gefolge. Dem Autor Lambert von Hersfeld lässt sich auch entnehmen, dass Ritual und Bedingungen des Erfolgs ausgehandelt wurden, dass der Lossprechende eher unwillig handelte, dass er sich jedoch letzten Endes den Zwangsfolgen des bevorstehenden Aktes nicht entziehen konnte. Beim Chronisten folgt aber dem Kernritual noch ein weiteres, wohl erfundenes oder einer Sage entnommenes geistliches Ritual, in dem sich der Papst beim Messopfer in Anwesenheit des Königs vor dem Altar selbst verflucht, indem er das Urteil Gottes anruft, er möge tot umfallen, wenn die bisher erhobenen schweren Anschuldigungen des Königs gegen ihn zuträfen. Der Wagende besteht die Probe unter dem Beifall des Volkes und verlangt vom König nun ein Gleiches, nämlich sich durch Selbstverfluchung von den Anklagen seiner Gegner zu reinigen. Der König wagt es nicht. Der Papst hat den seltsamen Zweikampf gewonnen.

Das ist Literatur. Denn hier wird wie in den ‚Maeren’ des Mittelalters, Geschichten erfolgreicher oder gescheiterter Listen, die zunächst im Ritual der Lossprechung erlittene Niederlage durch einen Gegenschlag ausgeglichen. Lambert von Hersfeld hat also, indem er seine Erzählung nach einem Typus der internationalen Volkserzählung, dem „Ausgleichstyp“, ergänzte, das Ritual in Literatur überführt und seinen Bericht selbst literarisch ‚ritualisiert’.

Wolfgang Braungart, an dessen bedeutsamer Arbeit über ‚Ritual und Literatur’ (1996) sich dieses LiLi-Heft im Titel anlehnt, hat (S. 139) „die These vertreten, dass das Ritual seine spezifischen sozialen Funktionen übernehmen kann, weil es eine durch bestimmte formale Merkmale ästhetisch ausgezeichnete, wiederholte Handlung ist. Darin unterscheidet es sich von anderen konventionalisierten Wiederholungshandlungen. Zentrale Begriffe, die ich dabei eingeführt habe“, schreibt Braungart, sind „Selbstbezüglichkeit, Expressivität und Inszenierung, die sich in Wiederholungsstrukturen, Rhythmisierungen und Symbolisierungen zeigen. Das Ritual ist, so gesehen, ein sozial funktionales, agierend realisiertes Gesamtkunstwerk, an dem verschiedene ästhetische Gestaltungsverfahren und Medien beteiligt sind“.

Damit stellt sich aber auch die Frage, wie Literatur, vor allem narrative und performative Literatur als Institution sekundärer Modellbildung des Menschen mit dem Ritual umgeht, wie sie es integriert in die symbolische Modellierung von Realität und Transrealität, wie sie in ihrer Struktur die Formalität des Rituals aufzunehmen oder gar zu überwinden vermag, wie sie gar neues Ritual zu entwerfen vermag, wie man das ja etwa für das Gralsritual im ‚Parzival’ Wolframs von Eschenbach diskutiert hat (z.B. Corinna Dörrich).

Mit den Möglichkeiten solchen Transfers von Ritual in Literatur befassen sich an konkreten Beispielen die meisten Beiträge dieses Heftes, zugleich auch mit den Mutationen des Rituals, die ihm in den Spielräumen der Literatur, die stets über die Praxis hinaus offen sind für neue Interpretation, widerfahren können. Jutta E m i n g (FU Berlin) analysiert in ihrem Beitrag « Ritualisierte Konfliktbewältigung bei Eilhart und Gottfried » zwei schwierige Episoden des Tristan-Stoffs, vor allem den Mordanschlag der Protagonistin Isolde auf ihre Vertraute und Dienerin Brangäne, bei zwei deutschen Autoren des hohen Mittelalters, Eilhart von Oberge und Gottfried von Straßburg, welche diese Episode verschieden gestalteten . Die Arbeit geht von dem emotionsgeschichtlich wichtigen Ansatz aus, dass auch Emotionen (etwa in der Performanz des Gesichtsausdrucks, der Gestik, der Bewegung, der Phatik des Sprechens) Ritualen folgen und Autoren wiederum literarischen Traditionen des Beschreibens ritualisierter Emotionen. Spannend ist, dass in kontrastiver Analyse gezeigt werden kann, dass der Autor, der traditionellen Ritualstilen folgt - es ist Eilhart - die Szene kohärenter zu gestalten vermag, während dem quasi ‚modernen’ Autor Gottfried, im Versuch, den Vorfall über die epische Erzählung hinaus auch psychologisch zu motivieren und zu individualisieren, eine Integration in die Erzählung nicht bruchlos gelingt.

Mit einem kurzen Forschungsbericht zur literarischen Darstellung rituell demonstrierter Gefühle, die „emotionale Gemeinschaften“ (Barbara Rosenwein), deren kulturelle Praxis und Vorverständnisse voraussetzen, setzt Albrecht C l a s s e n (Tucson, USA) für seinen Aufsatz « Rituale des Trauerns als Sinnstiftung und ethische Transformation des eigenen Daseins im agonalen Raum der höfischen und postheroischen Welt » ein. Die historische Semantik der Trauer als einer zugleich individuellen als auch sozial integrierten Bußleistung untersucht er in zwei Fallstudien an der oft unterschätzten Geschichte von ‚Mai und Beaflor’, einer komplexen, sentimentgesättigten Liebesgeschichte mit problematisch agierenden, behindernd eingesetzten Elternteilen, und an den hyperbolischen Trauerakten um die toten Helden des ‚Nibelungenliedes’ in der bald darauf entstandenen ‚Klage’ des 13. Jahrhunderts, in der auch die Maskulinität etwa des Protagonisten Etzel, des Hunnenkönigs, unter der Exzessivität der Trauer zu verschwinden droht, wovon die Semantik des Emotionsrituals nicht unbeeinflusst bleiben kann.

Waren auch hier schon scheiternde oder sich auflösende Rituale zu beobachten, so umsomehr in dem Beitrag von Ruth S a s s e n h a u s e n (Wuppertal) «Das Ritual als Täuschung. Zu manipulierten Ritualen im ‚Pfaffen Amis’ », in der die Verkehrung, Manipulierung und Sinnentleerung benutzter Rituale in der um einen listig-klugen Kleriker gruppierten Schwankserie des Stricker (13. Jahrhundert) treffend charakterisiert wird. Wie schon im Beitrag von J. Eming zu der Fassung des Tristanstoffs als Thema angeschlagen, befasst sich weiterhin Christiane W i t t h ö f t (Münster) mit « Gottes Urteil oder Geist der Erzählung? Gerichtliche Zweikämpfe im Prosalancelot ». Sie zeigt, dass fiktionale Berichte von Zweikämpfen den wohl populären Glauben, dass dieses Rechtsritual die Wahrheit über Unschuld oder Schuld zu Tage bringen und gestörte Ordnung reetablieren könne, teilen. Freilich war solche Interpretation des Zweikampfs als Offenbarung des Gotteswillens in der theologischen und juridischen Literatur zunehmend umstritten. Im ‚Prosalancelot’, jener frühen deutschen Prosaversion eines großen arthurischen Entwurfs zum Untergange hin, wird dieses Motiv erzählungsstrukturierend eingesetzt und zugleich eigenartig reformuliert. Das wahrheitsträchtige Rechtsritual wird narrativ eingesetzt gerade dann, wenn weder Leser noch Figuren der Handlung die Wahrheit, um die es geht, bereits kennen, so dass sich von den Instanzen der Fiktion zumindest zwei außerhalb des Wissens befinden, das erst vom Autor, als wäre er der Schöpfer, als solches in der narrativen Performanz des Rituals gesetzt wird.

Von der akademischen Analyse des Rituals zur akademischen Pragmatik des Rituals: Pierre Bourdieu hat den neuzeitlichen Gelehrten als ein statusunsicheres Geschöpf charakterisiert, das gerade deswegen umso anfälliger für hierarchisches Denken (und ehrende Formen der Vergangenheit) wurde. Burkhard D ü c k e r (Heidelberg) behandelt abschließend die im 19. Jahrhundert, im bürgerlichen Zeitalter als Wiederaufnahme geglaubter historischer, symbolischer Formen mit recht durchsichtigem Deutungs- und Wertungshorizonten aufgekommenen „Fackelzüge als akademische Rituale“, die zur Huldigung gegenüber dem Souverän, dann aber auch zur Erinnerung an bedeutende Ereignisse, und vor allem zur Ehrung von Professoren eingesetzt wurden. So wurden die Akteure der analytischen Entschlüsselung, Entzauberung und Entritualisierung der Welt und der Schrift (wie etwa ein Rudolf Virchow) selbst wieder ritualisiert.


Summaries

 

Jutta Eming

Ritualized conflict management in the Tristan-Romances of Eilhart and Gottfried: The attempted murder of Brangäne, and The Ordeal

This article focuses on the terms 'ritual' and 'ritualization' as well as literary traditions of describing ritualized emotions. Ritualized expression authenticates emotions through an ostentatious styling of one's physical presence: through facial expression, gesture, movement, voice, and speech. Contrasting approaches to the use of these techniques are compared in the Tristan-Romances of Eilhart von Oberg and Gottfried von Straßburg. While Eilhart's version is usually considered inferior to the famous text of Gottfried, Eilhart in fact motivates the episode of the attempted murder more coherently and convincingly. The clarity of Eilhart's version is due to his more consistent use of epic narrative style, supported by his descriptions of traditional, ritualized conflict management techniques. Although Gottfried follows a similar strategy in The Ordeal, he is less successful in the episode of the attempted murder of Brangäne. As Eilhart's and Gottfried's versions of the attempted murder are compared, it becomes clear that Gottfried's version suffers from the ambivalence of employing both the tradition of epic storytelling as well as indications of psychological motivation. In the end, he does not succeed in incorporating the incident into his narrative.

 



Albrecht Classen

Rituals of Mourning as the Basis for the Constitution of Meaning and for the Ethical Transformation of Human Existence in the Agonal Space of the Courtly and Post-Heroic World. Two Case Studies: Mai und Beaflor and Diu Klage

By analyzing two, heretofore rather neglected thirteenth-century literary texts, Mai und Beaflor und Diu Klage, some of the central theses developed by recent scholarship on rituals can be examined more closely, leading to important corrections. Both texts demonstrate that the ritual, presented in public as a performance, is not simply limited to this public act by itself; instead, the performative ritual allows the protagonists to externalize their almost suicidal emotions and to deal with them communicatively. By presenting their mourning and suffering to their friends and relatives, even to the entire society, through a physical performance, they manage to cope with their experience of pain and to compensate them constructively. This teaches us that neither rituals nor emotions can be regarded separately and that they are always complementary in their social functions. Otherwise the public display of specific rituals would collapse and would expose itself as nothing but a treacherous strategy.

 


 

Ruth Sassenhausen

Ritual as deception. Manipulated rituals in Der Pfaffe Amis

Proceeding from a short introduction to theories of rituals relevant for medieval studies, as presented by Gerd Althoff, Wolfgang Braungart or Corinna Dörrich, the article points out that rituals play an essential part in Stricker’s Der Pfaffe Amis, the first German Schwankroman written about 1240 a.d. In the separate Schwänken which are linked up as episodes the ritual structures act as basis for the frauds of the protagonist. Therefore the Pfaffe Amis manipulates existing rituals and parts of rituals for profiteering, for the acquisition of guot. The spectrum of manipulated rituals includes a substitution of meaning, a pretence of the sense-manifesting symbol and finally the senseless ritual. Either Amis’ victims do not find out about the manipulation of the rituals, they participate in or they contribute to the manipulation because they fear the social consequences of their refusal of participation.

In Der Pfaffe Amis a general criticism of rituals is effective. Contrary to the courtly literature or Legendendichtung, here criticism is rather disturbing than stabilizing for the Ordo as long as, according to Soeffner, rituals act as “Korsett der Gesellschaft” and social order has to be understood as insecure if this “Korsett” turns out to be deceitful.



Christiane Witthöft

God’s judgement or the spirit of the narrative? Judicial duels in Prose Lancelot

Fictional accounts of judicial duels share the belief that this ritual reveals the truth about innocence or guilt and that it re-establishes a disturbed order. However, the concept that the judicial duel is a demonstration of God’s will and judgement has been a controversial topic in theological-juridical discourses and a wide range of medieval literary texts of various genres.

In Prose Lancelot, and especially in Lancelot propre, the repetitions and variations of this motif structure the narrative. The episode ‘The False Ginevra’ in particular discusses the ritual and questions its effectiveness and validity. It becomes clear that God’s intervention is required only when neither the reader (external) nor the characters (internal) know the truth. It is thus necessary only if it is demanded by the narrative. Yet Prose Lancelot obeys the poetic concept of the judicial duel, which has it that the vicarious combatant of the ‘right’ party will be victorious, regardless of how the victory is achieved. It is the performance of the ritual which guarantees this outcome.

 


Burckhard Dücker

Torchlight procession – an academic ritual

Torchlight processions are especially performed in the ›long‹ 19th century of the bourgeois modern age, i.e. from the French revolution in 1789 to World War I in 1914. They can be classified into 3 groups: (1) honouring of a professor (e.g. 70th birthday, refusal of a chair by another university), (2) memory of a certain event (e.g. Wartburgfest 1817, foundation ceremony of a university), (3) tribute to the sovereign. All of them comprise 3 elements: (1) fire symbolism, (2) common physical movement in the public, (3) confession and political programme. Torchlight processions are performed by students to present themselves in the public as representatives of values. They function as visualisations of political positions. Rituals are subject to inter- and transdisciplinary or cultural comparative research.




 

Labor

Sandro Jung

Form Versus Manner: The Pindaric Ode and the ›Hymnal‹ Tradition in the Mid-Eighteenth Century

Kurt Schlüter in his (in the English-speaking world neglected but seminal) study of the hymnal ode has examined the most important representatives of English ode production, has illustrated the eighteenth-century tradition, solely on the basis of Collins and Gray, however. The present article aims to explore the discourse of the ode in this period by analysing neglected poems and critical prefaces, attempting to trace the influence of the classical hymnal ode. The result of this examination opens up a new perspective on reading the form of the ode in that the manner of the Epnician odes of Pindar, otherwise characterised in terms of sublimity, formal irregularity or even formlessness, is explored and the hymnal structural elements of invocatio, pars epica and petitio are exemplified on the basis of a whole variety of poems. Although the influence of the hymnal ode can only be found in masterful execution in Collins and Gray, the significance of these structural elements of the hymnal tradition appears to have been realised and more popular than Schlüter in his study focussed on canonic texts was willing to grant.


 


Uwe Schütte

The Language of Madness. Harald Kaas and his Prose Collection Uhren und Meere

This essay examines the only book published by the late Harald Kaas. His collection of short stories Uhren und Meere (1979), dealing with depictions of psycho-pathological states of mind, gained Kaas a short-lived notoriety as he himself was a certified schizophrenic possessing first-hand experience of psychiatric treatment. This essay sets out to investigate whether or to what extent the stories in Uhren und Meere can be understood as a document of the language of madness. It concludes that despite the biographical dimension of his schizophrenic experience, Kaas’s texts fail to voice an as it were unadulterated language of madness. However, when read in conjunction with his quasi-poetological interview statements, it is possible to determine the very nature of madness as a collapse of a logical system of language. Meaning that language cannot actively be used to express madness, while at the same time madness can express itself in a language that we necessarily fail to understand. The language of madness manifests itself as the madness of language.

 

 

Hanno Rüther

German Studies in Kyrgysztan

Kyrgysztan is a country in central Asia with an expanding system of higher education. Although traditionally the German language is popular in Kyrgysztan, it has nowadays lost and is still losing ground in respect to English. In the author’s opinion German institutions like the DAAD should therefore concentrate their efforts to spread the German language on a few selected universities without neglecting the south of the country.