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Lili - Heft 147

 

Thema: Genealogische Diskurse

Herausgeber dieses Heftes:

Wolfgang Haubrichs






Inhalt

 

Wolfgang Haubrichs

  Einführung

Introduction einleitung

 

Inhalt

Alheydis Plassmann

Herkunft und Abstammung im Frühmittelalter

Origin and Descent in the Early Middle Ages plassmann

 

Laura Brander

„Seine Mutter nämlich wusste, dass sie von der Tochter einen Erben hatte“. Weibliche Erbfolge bei den Welfen und im Königshaus von Aragón im 11. und 12. Jahrhundert

„His Mother namely Knew that she Had a Heir from her Daughter”. Female Succession in the Dynasty of the Guelphs and the Royal House of Aragón in the 11th and 12th Century brander

 

Sandra Linden

Mazadans Erben. Zum Zusammenhang von Minne und Genealogie in Wolframs von Eschenbach Parzival

Mazadan’s Heirs. Minne and Genealogy in Wolfram of Eschenbach’s Parzivallinden

 

Hildegard Elisabeth Keller

Ärzte, Astronomen und Astrologen – wissenschaftsgeschichtliche Genealogie als Einblattdruck. Zum Ärzte- und Astrologenverzeichnis und zur Astrologentafel (1545/1546) von Jakob Ruf

Doctors, Astromers and Astrologers – History of Science as Single-Leaf Print. On the Ärzte- und Astrologenverzeichnis and the Astrologentafel (1545/6) by Jakob Ruf keller

 

Beate Kellner und Linda Webers

Genealogische Entwürfe am Hof Kaiser Maximilians I. (am Beispiel von Jakob Mennels Fürstlicher Chronik)

Genealogical Concepts at the court of emperor Maximilian I (Jakob Mennel Fürstliche Chronik) kellner_webers

 

Labor

 

Hilke Elsen

Die Aufgaben der Namen in literarischen Texten – Science Fiction und Fantasy

The functions of proper names in science fiction and fantasy elsen

 

Susanne Wegener

Lines and Layers, Grids and Maps. Das Konzept des Rhizoms als Ausdruck postkolonialer Hybridität in Karen Tei Yamashitas Tropic of Orange

Lines and Layers, Grids and Maps. The Concept of the Rhizome as a Mode of Expressing Postcolonial Hybridity in Karen Tei Yamashita's Tropic of Orange wegener

 

Eugenio Spedicato

Moralsatirische Pathologie eines Aufsteigers. Über Ettore Scolas Film La piu’ bella serata della mia vita (1972) und Friedrich Dürrenmatts Erzählung Die Panne (1956)

Moral and satirical pathology of a social climber. Ettore Scola’s film la piu’ bella serata della mia vita (1972) and Friedrich Dürrenmatt’s short story Die Panne (1956) spedicato

 









 

Wolfgang Haubrichs

 

Einleitung

 

... ego in Dei nomine qui supra Hrotharit rex, filius Nanding ex genere Harodos. Nanding filius Noctzoni, Notzo filius Alamund, Alamund filius Alaman, Alaman filius Hiltzoni, Hiltzo filius Uuehiloni, Uuehilo filius Uuehoni, Uueho filius Frochoni, Frocho filius Fac(c)choni, Fa(c)cho filius Mammoni, Mammo filius Ustbora. (Edictus Rothari)

Als der langobardische König Rothari aus dem Geschlecht der Gausen, was (in langobardischer Sprachform) so viel wie Gauten, Goten bedeutete, im Jahre 643 seinen ‚Edictus’, das erste Gesetzbuch seines Volkes, herausgab, stellte er ihm nicht nur die Folge der 17 Könige, die bis zu ihm über die gens Langobardorum geherrscht hatten, und die Namen ihrer Geschlechter voraus, sondern auch die Namen seiner Vorfahren, die sich über elf Generationen bis auf einen mythischen Spitzenahn mit dem in ostgermanischer (gautischer?) Sprachform gehaltenen, sprechenden Namen Ust-bora („Träger der Spitze, des Anfangs“) zurückführen ließen (Haubrichs 2005, S. 94ff.). Seine Stellung als König und Setzer des Rechts war ihm nicht denkbar ohne die Formulierung seiner Stellung in der Abfolge der Könige des Volkes und der Glieder der eigenen genealogia. Als der große Gotenkönig Theoderich (493-526) aus der Sippe der Amaler sein italisches Reich begründete, ließ er sich in Verwendung älterer Traditionen eine Ahnenreihe von 17 Gliedern schmieden, die ihn über große Helden und Könige des Gotenvolkes wie z.B. Ermanerich bis auf Amal und Gaut, die mythischen, halb göttlichen primi des Geschlechts und des Gotenvolkes zurückführten. Die Zahl der 17 Könige hatten sie Livius, dem römischen Geschichtsschreiber, und seiner Angabe über die Anzahl der frühen Könige ab Aeneas entnommen (Wolfram 1994). Rothari und Theoderich fügten sich also in ihrem genealogischen Diskurs bewusst in eine römische Tradition ein. Zugleich folgten sie aber auch einem biblischen Modell, nach dem sich die Stammväter Israels in ununterbrochener Folge über Noah auf den ersten Menschen ADAM, dessen Name „Mensch“ war und „Mensch“ bedeutete, zurückführten. Als Ende des 12. Jahrhundert die ‚Imago Mundi’ des Codex Cambridge Christ College 66 die Genealogie angelsächsischer Könige der Vorzeit, die sich auf den Kriegergott Wodan zurückführten, einem bis auf Adam zurückgehenden genealogischen Schema integrierte, konnten sich die biblischen Urväter in trauter Eintracht mit einem ehemals heidnischen Gott wiederfinden (Klapisch-Zuber 2004, S. 22f.). Das genealogische Bewusstsein amalgamierte die unterschiedlichsten Traditionen.

Schon dem Evangelisten Matthäus war es wichtig gewesen, und zahlreichen Erzählern der biblischen Geschichte und Entwerfern von Bildprogrammen in Kirchen und Handschriften mit ihm, die leibliche Vorfahrenschaft Jesu und Mariae auf die „Wurzel Jesse“ zurückzuführen und damit in die biblische Genealogie der Könige und Stammväter Israels einzufügen. Thie fórdoron bi bárne warun chúninga alle („Alle ihre Vorfahren waren Könige von Generation zu Generation“, schrieb Otfrid von Weißenburg in seiner fränkisch-althochdeutschen Evangeliendichtung, dem ‚Liber Evangeliorum’, im 9. Jahrhundert. Eine in Mittelalter und Neuzeit weit verbreitete Legende gestaltete sogar den um Jesus und Maria versammelten Kreis von Aposteln, Jüngern, Schülern genealogisch um. Nach dieser Legende war Anna, die Mutter von Maria, dreimal verheiratet, und aus diesen drei Ehen entstammte ein Großteil der heiligen biblischen Personen. Eine prachtvolle Bildtafel in der Liebfrauenkirche von Oberwesel, die vor kurzem in einem neuen Band der von der Mainzer Akademie herausgegebenen ‚Deutschen Inschriften’ (Rhein-Hunsrück-Kreis I) beschrieben wurde, hat diese „heilige Sippe“ in einer Weise dargestellt (s. Abb. 1), in der eindeutig die Frauen, die neben der zentralen Anna die genealogia konstituieren, neben Maria also Maria Salome und Maria Clephe, die Szene dominieren, während die Jünger, von denen man annahm, dass sie in die „heilige Sippe“ hineingehörten, Johannes Evangelista, Jacobus Maior, Josephus Justus, Jacobus Minor, Simon und Judas, wie Jesus als Kinder repräsentiert werden.

Genealogisches Denken ist im Mittelalter omnipräsent, jedoch gibt es durchaus konzeptionelle Unterschiede nach Zeiten und Räumen. In einem grundlegenden geschichtswissenschaftlichen Beitrag über „Herkunft und Abstammung im Frühmittelalter“ geht Alheydis Plassmann (Bonn) den Emanationen genealogischen Denkens in den frühen „germanischen“ Reichen auf dem Boden des ehemaligen weströmischen Imperium nach. Sie stellt fest, dass die Origo-Erzählungen der frühen Völker mit den Schicksalen und der Herkunft der Herrscherfamilien aufs engste verknüpft sind, und diese Verknüpfung die Funktion besaß, die Integration der ihrer Zusammensetzung nach komplexen gentes durch den Herrscher zu gewährleisten. So wurden die Erzählungen von der Herkunft und Abstammung der Völker und der Könige untrennbar: sie stabilisierten gemeinsam die emotionale Identität zwischen Herrscher und Volk und legitimierten zugleich die zur Herrschaft „berufenen“ Familien.

Entgegen der gängigen Rede von der dominanten Rolle männlicher Erbfolge im Hohen und Späten Mittelalter profiliert die Historikerin Laura Brander (Bamberg) die Rolle der fürstlichen Tochter für das genealogische Bewusstsein eines Geschlechts: „Seine Mutter nämlich wusste, dass sie von der Tochter einen Erben hatte. Weibliche Erbfolge bei den Welfen und im Königshaus von Aragon im 11. und 12. Jahrhundert“. Verheiratete Prinzessinnen gehörten zwei Familien an, der „Ursprungs-“ und der „Zielfamilie“. Es war also wichtig, wie sie selbst ihre Identität bestimmten und wie sie diese Identität innerhalb der Familienverbände durchzusetzen vermochten. An zwei ausgewählten Fallstudien demonstriert die Verfasserin gerade an der Namengebung der Nachkommen, wie das genealogische Bewusstsein eines Geschlechts matrilinear gezeichnet werden kann.

Mit der Studie „Mazadans Erben - Zum Zusammenhang von Minne und Genealogie in Wolframs von Eschenbach Parzival von Sandra Linden (Tübingen) treten wir in das Land der fiktionalen Literatur ein, deren Bedeutung für die Rekonstruktion von Mentalität und Bewusstsein in den letzten Jahren stärker in den Blickpunkt rückten. Es ist bekannt, dass Wolframs Artus- und Gralsroman in seiner Struktur von zwei großen Verwandtschaftssystemen bestimmt ist, der nahezu alle Personen der Handlung angehören. Die Autorin zeigt nun, wie in diesem großen Roman des Hohen Mittelalters Minne die strengen Partnerwahlregeln selbst einer festgefügten Gesellschaft wie der Gralsgemeinschaft außer Kraft setzt, ja diese sich nur durch die matrilineare Nachfolge des Sohnes der aus dem Gralsgeschlecht stammenden Herzeloyde, Parzival, zu erhalten vermag, der zugleich väterlicherseits die Minnedynamik des feenentsprungenen Mazadan-Geschlechts mit in das erneut sich vitalisierende utopische Gralskönigtum einbringt. Vielleicht ließen sich die Studien von Brander und Linden gut mit ähnlichen Ergebnissen zur Bedeutung der Matrilinearität in den Adelsfamilien des Frühen und Hohen Mittelalters von Régine Le Jan vergleichen.

Wenig bekannt ist, dass im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit auch die Wissenschaft sich im genealogischen Diskurs der Legitimität und der Modernität ihres aktuellen und reformatorischen Tuns versicherte, so etwa mit Hilfe eines Katalogs 400 prominenter Mediziner und Astronomen der Vorzeit der Züricher Intellektuelle, Stadtchirurg und Dramatiker Jakob Ruf (1505-1558): Zwerge sind sie, die moderni, „auf den Schultern der Riesen“. Die Riesen der Vorzeit, die Genealogie der Wissenschaft garantieren jedoch, dass die Zwerge weiter blicken. Von dieser legitimatorischen Funktion des genealogischen Diskurses handelt Hildegard Keller (Zürich) in ihrem Beitrag „Ärzte, Astronomen und Astrologen - wissenschaftsgeschichtliche Genealogie als Einblattdruck.“

Umgekehrt beginnen sich um 1500 die Könige und Fürsten der Wissenschaftler für ihre oft kühnen genealogischen Konstrukte zu bedienen. Wegweisend waren dabei „die genealogischen ... Forschungen am Hof des Habsburgerkaisers Maximilian I.“ Einen dieser Entwürfe, den Versuch Jakob Mennels in seiner „Fürstlichen Chronik“, Maximilians Vorfahren in das Königsgeschlecht der fränkischen Merowinger einzubinden, behandeln Beate Kellner und Linda Webers (Dresden) in ihrem Beitrag „Genealogische Entwürfe am Hof Kaiser Maximilianus I.“ Obwohl auch noch in dieser Zeit die Denkmuster des genealogischen Diskurses Gemeinschaften begründen und legitimieren können, entspringt doch aus der immer feiner und umsichtiger werdenden Diskussion der Gelehrten zugleich eine Quellenkritik des genealogischen Denkens.

Literatur

  • Haubrichs, Wolfgang: „Amalgierung und Identität - Langobardische Personennamen in Mythos und Herrschaft“, in: Walter Pohl/Peter Erhart (Hgg.): Die Langobarden. Herrschaft und Identität, Wien 2005, S. 67 -99.
  • Klapisch-Zuber, Christiane: Stammbäume. Eine illustrierte Geschichte der Ahnenkunde, München 2004.
  • Le Jan, Régine: Famille et pouvoir dans le monde franc (VIIe - Xe siècle). Essai d’anthropologie sociale, Paris 1995.
  • Wolfram, Herwig: „Origo et religio. Ethnic traditions and literature in early medieval texts“, in: Early Medieval Europe 3 (1994), S. 19-38.

Summaries

 

Alheydis Plassmann

Origin and Descent in the Early Middle Ages

In the early middle ages the concept of descent did non concentrate on lineage, but was rather vague, a thesis that has been commonly accepted since the research of Karl Schmid. The rare example of the genealogy of the Ostrogothic Amals can be explained by the necessity of legitimizing the Ostrogothic kings in a late antique context while the evidence points to the actual weakness of the Amals’ claim to a longstanding lineage. The traditions of the Franks as given by Gregory of Tours, Fredegar and the Liber Historiae Francorum show an awareness of the special status of the Merovingians nevertheless they reach far shorter into the past than the Amals’ list. A similar special status can be ascribed to the Bavarian ruling family and with reservations to the Lombard kings descending from the Bavarian princess Theudelinda. However, neither the Franks nor the Bavarians or Lombards seem to have had an awareness of a descent reaching far into the past. The early medieval regal lists in England legitimize the kings through their descent from the god Wodan, but in the case of the Wessex list at the same time root the ancestry in Christian culture by bridging the gap to Noah and Adam and in Anglo-Saxon culture by connecting the Wessex kings to the narrative of Bede. Only in the case of kings or rulers the lineage becomes important. This points to the significance of the ruler.

The ruler incorporates his gens and for this reason the origin and descent of the gens as written down in origin-stories like Paul the Deacon, Bede and others is tightly entwined with the fate of the rulers’ family. The origin of the gens and the origin of the ruling family cannot be told one without the other. Either the tales are paralleled or more rarely juxtaposed or as in the case of the Frankish table of nations even identical, since the heros eponymos stands as a metaphor for his whole people. Origin and descent in the early middle ages stabilize the emotional identity of a gens and legitimize their ruler while in the high middle ages the emotional identity of a community manifests itself in the histories of the regna and the awareness of descent serves as legitimization for noble families.

Laura Brander

„His Mother namely Knew that she Had a Heir from her Daughter”. Female Succession in the Dynasty of the Guelphs and the Royal House of Aragón in the 11th and 12th Century

Princesses’ individual freedoms of action were not only dependent on political circumstances, but also on their family roles as mothers, daughters or wives. The possibility of female succession was not excluded in medieval times, and political power was granted to women if this was necessary for the preservation of the family’s authority. Thereby, the roles of Princesses were sometimes highly important. Princesses were members of two different families – they were daughters in the ‘families of origin’, as well as wives and mothers in the ‘families of arrival’, into which they could integrate themselves. In this way, women had some discretion of choice, and they were able to define their families’ identity by way of their own integration. This article demonstrates, using examples of the royal house of Aragón and the dynasty of the Guelphs in Southern Germany, to what extent female successions were possible or even necessary, and to what extent women were able to define their families’ identities. In 1137, authority and property of the royal house of Aragón was transferred to the Comitat of Barcelona as a result of the marriage of Princess Petronilla with the Earl of Barcelona. Finally, Petronilla’s son integrated Aragón and Barcelona in personal union. In 1055, the dynasty of the Guelphs was continued by female succession of Princess Kuniza and further by her son Guelph IV. In both houses the female tradition prevailed over the male one. This became manifest in the naming of children – the sons of the Princesses had names from the distaff side – but also in the obvious assignment of legitimacy to the authority of the respective Princess.

Sandra Linden

Mazadan’s Heirs. Minne and Genealogy in Wolfram of Eschenbach’s Parzival

This essay deals with the idea of minne in Parzival and scrutinizes on the three minne-excursuses as an ongoing discussion about the question whether minne captures humans unwillingly or is grounded in their inner selves. The third excursus presents the concept of inherited predetermination originating in Mazadan’s relationship with the fairy Terdelaschoye and inherited by all of her descendants as a middle way between these two ideas. Minne connected to a genealogically defined group is a counter-model to love service commonly portrayed in Minnesong where generally everyone is included in the army of Venus. In addition, genealogy as an important medieval intellectual concept proves to be a central instrument of the narrator to deal with minne.

Hildegard Elisabeth Keller

Doctors, Astronomers and Astrologers – History of Science as Single-Leaf Print. On the Ärzte- und Astrologenverzeichnis and the Astrologentafel (1545/6) by Jakob Ruf

With its power to construe and legitimize origins, genealogical discourse proved of great significance for early modern conceptions of the history of science and played an important role in its popularization. To these ends, new media were developed in the context of vehement calls for the renewal of the present. Jakob Ruf (1505-1558), a city surgeon, playwright and member of Zürich’s intellectual community, wrote a catalogue with approximately 400 names of figures famous in medical and astronomical history, ranging from Greco-Roman antiquity, the bible, the Middle Ages and Renaissance. The preface of this Latin manuscript connects the present to this honorific genealogical compendium of medical and iatromathematical thought and deduces from it the urgency of a reformation of medical practice in Zürich. The second text to be presented – the Astrologentafel – takes the form of an ensemble of three single-leaf-prints with woodcuts and four-verse couplets in the vernacular. The two texts are interconnected and can only be understood in the context of the genealogical discourse of medical and, more generally, scientific historiography.

Beate Kellner und Linda Webers

Genealogical Concepts at the court of emperor Maximilian I (Jakob Mennel Fürstliche Chronik)

During the period of transition from the Middle Ages to Early Modern Times, genealogical structures not only present a vital dispositif for the foundation of power and political dominance, but, when compared to genealogies of the High Middle Ages, they become even more important due to exceedingly bold constructions of noble family histories. At the court of Habsburgian emperor Maximilian I genealogical concepts and research projects of an especially outstanding quality had been developed. In the course of Maximilian’s grand projects, numerous changes had taken place within his genealogical programs that illustrate the alteration of the Habsburgian genealogy from different branches of Roman nobility to the foundation of the Habsburgian line on the Trojan myth and to the origination of the line traced back to Noah. Thus, the specific processing of genealogies is demonstrated by the manifold modelling and restructuring of genealogical lines. On the initiative of Maximilian I learned members of the court had been trusted with the task of making the genealogical record of the noble house of Habsburg accessible. Among them, a critical discourse about the coherence and accuracy of genealogies had been established. In this article we focus on the genealogical designs of Jakob Mennel and on his depiction of the origins of the royal house of Habsburg.

Hilke Elsen

The functions of proper names in science fiction and fantasy

Literary onomastics is usually not concerned with names in texts of science fiction and fantasy narratives. This article discusses the relationship between types, functions and structures of these names.

Susanne Wegener

Lines and Layers, Grids and Maps. The Concept of the Rhizome as a Mode of Expressing Postcolonial Hybridity in Karen Tei Yamashita’s Tropic of Orange

In many ways Karen Tei Yamashita's third novel challenges the ideas and standards defining Asian American literature, thus contributing to critical deconstruction of this increasingly disputed category. The novel's phantastic complexity as well as the hybrid ethnicity of its characters suggest an affinity to the concept of the rhizome as developed by the French philosophers Gilles Deleuze and Felix Guattari. With its emphasis on decentralization as well as permanent growth and change the idea of the rhizome seems to be an apt reflection of the ongoing processes of change and subversion in the existing social and political order of postcolonial societies. The article aims to analyze aspects of reference to the concept of the rhizome that can be found in Yamashita's novel on different levels.

Eugenio Spedicato

Moral and satirical pathology of a social climber. Ettore Scola’s film la piu’ bella serata della mia vita (1972) and Friedrich Dürrenmatt’s short story Die Panne (1956)

This article examines some aspects of intercultural and transmedial adaptation – from literature to cinema – by analyzing Friedrich Dürrenmatt’s short story Die Panne (1956) and Ettore Scola’s film La piu’ bella serata della mia vita (1972). Its aim is to show how Scola received Dürrenmatt’s story, which portrays moral inadequacy in the person of a particularly rapacious social climber during the boom of the Fifties in Switzerland, and turned it into a social satire against selfishness, opportunism, hypocrisy and conformism set in the Italian society of the time. Scola maintains Dürrenmatt’s grotesque atmosphere as well as his tone of modern fable, only apparently harmless; moreover he eliminates religious echoes and enriches the story with satiric bitterness and corrosive expedients that are directed against socially objectionable habits.