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Lili - Heft 150

 

Thema: Literaturwissenschaft und Linguistik

 

Herausgeber dieses Heftes:

 

Wolfgang Klein und Ralf Schnell

 


Inhalt


Wolfgang Klein und Ralf Schnell

Einleitung
Introduction

 

Wolfgang Klein

The works of language
Towards a new relationship between literary studies and linguistics


Manfred Bierwisch


Linguistics, poetics, aesthetics


Toni Bernhart


The measurement of colours in language. The Berlin and Kay hypothesis in literary theory


Susanne Hartwig


What does (not) not exist: the possible worlds of literature


Wolfgang Haubrichs


Ûf der wortheide – Medieval German Studies and Linguistics


Ralf Schnell


From Literary to Media Studies



Labor


Sabine Schu


„The principle of hope as mentally lazy sloppiness”? The appearance of utopian tendencies in Dürrenmatts radio plays Hercules and the Augean Stables and The Mission of the Vega


Seraina Plotke


An underestimated genre: visual poetry of the 17th century.

Uwe Schütte


Pharmacological initiation in the Boudoir. On the collection of novellas Haschisch by Oscar Adolf Hermann Schmitz


Hannes Kniffka


On “Imperativentheorie”

 

 

 

 

 

Wolfgang Klein und Ralf Schnell

Einleitung


Hat es je so etwas wie eine Einheit der Philologien gegeben? Wir wissen es nicht. Wissenschaften werden nicht am Reißbrett entworfen, sie entwickeln sich selten logisch und konsequent, sondern eher wie eine sehr alte Stadt, in der die unterschiedlichsten Gebäude nebeneinander stehen, manche durch Wege gut miteinander verbunden, andere isoliert, viele, vielleicht gar die meisten, unter dem Erdboden verschüttet und nur noch dem Spaten des Archäologen zugänglich. Dies gilt für die Naturwissenschaften ebenso wie für die Geisteswissenschaften, mit dem Unterschied vielleicht, dass erstere eher einer Megapolis denn einem traulichen alten Städtchen ähneln, und dem zweiten Unterschied, dass bei ihnen mehr abgerissen, mehr Schutt weggeräumt wird. Nun zählt es zum Wesen der Philologien, dass sie sich gern historisch verstehen und gern einen Teil ihrer Geschichte mitbetrachten. Vor hundertzwanzig Jahren schrieb Hermann Paul, nicht nur einer der größten deutschen Philologen überhaupt, sondern auch ein eminenter Theoretiker:


Es ist eingewendet, daß es noch eine andere wissenschaftliche Betrachtung der Sprache gäbe, als die geschichtliche. Ich muss das in Abrede stellen. Was man für eine nicht geschichtliche und doch wissenschaftliche Betrachtung der Sprache erklärt, ist im Grunde nichts als eine unvollkommen geschichtliche, unvollkommen teils durch Schuld des Betrachters, teils durch Schuld des Beobachtungsmaterials. Sobald man über das blosse Konstatieren von Einzelheiten hinausgeht, sobald man versucht, den Zusammenhang zu erfassen, die Erscheinungen zu begreifen, so betritt man auch den geschichtlichen Boden, wenn auch vielleicht ohne sich klar darüber zu sein.


Dies gilt vielleicht nicht nur für die Sprache. Es gilt auch für die Fächer, die sich mit der Sprache und ihren Hervorbringungen beschäftigen – es gilt für die Entwicklung der Philologien selbst. Hermann Paul hat sich über Gottfrieds Tristan habilitiert, er hat eine heute noch viel benutzte historische Grammatik des Deutschen geschrieben, er hat die Gedichte Walthers herausgegeben und ein exzellentes deutsches Wörterbuch verfasst. Er war Sprachwissenschaftler ebenso und Literaturwissenschaftler, er war Sprachgeschichtler und Literaturgeschichtler.

Diese Einheit ist verloren gegangen, in der Germanistik wie in den anderen Philologien - weithin verloren gegangen, denn die Entwicklung war und ist eine allmähliche. Sie war aber schon vor vierzig Jahren, als diese Zeitschrift gegründet wurde, mehr als deutlich. Es war (und ist) ein erklärtes Ziel der Herausgeber, diesem Auseinanderstreben entgegen zu wirken und eine gewisse Einheit all jener, die sich mit der Sprache und ihren Hervorbringungen befassen, zu wahren. Dies sollte nicht durch romantisierendes Zurück zum Althergebrachten geschehen, sondern ganz im Gegenteil durch eine große Offenheit gegenüber neuen Denkweisen und Methoden, die vielleicht wiederum eine gewisse Konvergenz und vielleicht gar eine neue Einheit zeitigen. Im Vorwort zum ersten Heft hieß es:


Diese Zeitschrift dient keiner bestimmten Richtung; sie bejaht nicht einen maßstablosen Pluralismus der ‘Meinungen’, jedoch die Pluralität verschiedener Methoden und Ansätze, deren Darstellung, Diskussion und Vergleich sie ermöglicht. Sie eröffnet einen Spielraum für die Ausprägung des Methodenbewußtseins in der aktiven Forschung, auch für die Erprobung von Brücken zwischen Literaturwissenschaft und Linguistik, zwischen diesen beiden und der Soziologie und der Psychologie, der Kulturtheorie und Ästhetik, mathematischen und technischen Disziplinen.


Zumindest in einem Punkt hat sich diese leise erhoffte Konvergenz nicht eingestellt - dem, der im Titel der Zeitschrift zum Ausdruck kommt. Zwischen Literaturwissenschaft und Linguistik sind kaum neue Brücken gebaut, die bestehenden eher abgerissen worden. Das war für die Herausgeber Anlass, das 150. Heft eben diesem Thema zu widmen. Dabei war es selbstverständlich, auch jenen Bereich einzubeziehen, der, damals kaum absehbar, die größte inhaltliche Erweiterung im Gegenstandsbereich darstellt - die wissenschaftliche Beschäftigung mit unterschiedlichen Medien.

Die ersten beiden Beiträge stammen von Sprachwissenschaftlern, die sich bereits vor vierzig Jahren um eine Annäherung von struktureller Linguistik und Literaturwissenschaft bemüht haben. In dem Beitrag von Wolfgang Klein geht es um die Frage, was zu dem – manchmal von lebhafter Abneigung gekennzeichneten – Auseinanderdriften geführt hat, was beiden eigentlich gemeinsam sein sollte, und was man vielleicht tun könnte, um neue Brücken zu bauen. Manfred Bierwisch zeigt an einem sehr einfachen Beispiel, vier Zeilen des späten Hölderlin, wie linguistische Analysen uns eine gewisse Vorstellung von den Strukturen vermitteln, die ein Gedicht von einem anderen, banalen Text abheben; er verknüpft diese Analyse mit einigen generellen Überlegungen zu jenem Wissenssystem, das man in Analogie zur sprachlichen Kompetenz als „poetische Kompetenz“ bezeichnen könnte.

Der darauf folgende Beitrag unternimmt den Versuch, empirische, der Linguistik nahe stehende Analysemethoden für die Literaturwissenschaft fruchtbar zu machen und auf diese Weise an produktive Synergien der Nachbardisziplinen in den 1960er und 1970er Jahren anzuknüpfen. Toni Bernhart prüft dabei die in der vergleichenden Sprachwissenschaft, in Ethnologie, Psychologie und Kognitionswissenschaften überaus einflussreiche, in der Literaturtheorie hingegen kaum zur Kenntnis genommene ‚Berlin und Kay’-Hypothese anhand der Verwendung der Farbtöne ‚Grau’ und ‚Braun’ in den Romanen Hans Henny Jahnns auf ihre Tragfähigkeit für literaturwissenschaftliche Untersuchungen. Eine literaturtheoretische Erweiterung erfährt diese empirische Analyse in dem Beitrag von Susanne Hartwig. Sie begreift, ausgehend von einem konstruktivistischen Verständnis der Kultur, Literatur als den Versuch, die Spannung zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit zu beschreiben. Hieraus folgt, so die Autorin, für die Literaturwissenschaft die Aufgabe, die Spannung zwischen Literatur und Kultur zu analysieren, ein Anspruch, der literaturwissenschaftlichem Arbeiten den Rang von Grundlagenforschung zuschreibt.

Demgegenüber untersucht der Beitrag von Wolfgang Haubrichs das Verhältnis von Mediävistik und Sprachwissenschaft in historischer Perspektive. Er geht aus von dem Befund, dass die Anfänge der Philologie in Deutschland (Jacob Grimm, Benecke, Lachmann) noch durch die Überzeugung von der Einheit deutscher Sprache, Literatur und Kultur gekennzeichnet waren, wie sich anhand editionsphilologischer und vor allem lexikographischer Arbeiten des 19. Jahrhunderts (‚Deutsches Wörterbuch’, ‚Mittelhochdeutsches Wörterbuch’) zeigen lässt. Während Sprachwissenschaft und Mediävistik diese Einheit wahrten, zeichnete sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts die Abspaltung der Literaturwissenschaft unter dem Einfluss geistesgeschichtlicher Theoriebildungen ab. Seit Ende der 1970er Jahre aber, mit dem Aufkommen der Sozialgeschichte und der Kulturwissenschaften, begann zunehmend auch die produktive Verbindung von Sprachwissenschaft und Mediävistik zu zerfallen – ein Prozess der Desintegration mit problematischen Folgen für die Identität beider Bereiche.

Den Entwicklungsprozess, den die Literaturwissenschaft seit den 1970er Jahren in Richtung einer kulturwissenschaftlichen Medienforschung genommen hat, zeichnet der abschließende Beitrag von Ralf Schnell nach. Ausgehend von einem der Klassiker literaturwissenschaftlicher Philologie (Peter Szondi), wird der historische Beitrag der Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik und insbesondere ihres Mitbegründers Helmut Kreuzer an dieser Erweiterung und Neuausrichtung der Literaturwissenschaft herausgearbeitet. In Form einer Auseinandersetzung mit den jüngsten Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Medienwissenschaft mündet dieser Beitrag in ein entschiedenes Plädoyer für eine Konturierung der Medienwissenschaft als eigenständiger Disziplin.


Wenn man dem 150. Heft der Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik eine thematisch besondere Bedeutung zusprechen darf, so besteht diese in dem Versuch, nicht nur die eigene Geschichte ins Auge zu fassen, sondern auf die Philologie insgesamt, Literatur- und Sprachwissenschaft, zurückzublicken und zugleich Perspektiven der weiteren Entwicklung des Faches, Kultur- und Medienwissenschaft, zu erörtern und zu eröffnen. Wenn sich Wissenschaften offenbar nur selten logisch und konsequent entwickeln, so bedürfen sie umso mehr einer wissenschaftlich begründeten Reflexion, die zu ihrem produktiven Miteinander und zu ihrer Fortentwicklung beitragen kann. In diesem Sinne einer inter- und transdisziplinären Anregung und Entgrenzung von Literaturwissenschaft und Linguistik sieht sich die Zeitschrift LiLi ihren eigenen Anfängen weiterhin verpflichtet.



Summaries

 

 

Wolfgang Klein

The works of language. Towards a new relationship between literary studies and linguistics

All disciplines depend on language; but two of them also have language as an object – literary studies and linguistics. Their objectives are not the same – but they are sufficiently similar to invite close cooperation. This is not what we find; in fact, the development of research over the last decades has led to a relationship which is, in the typical case, characterised by friendly, and sometimes less friendly, ignorance and indifference. This article discusses some of the reasons for this development, and it suggests some conditions under which both sides would benefit from more cooperation.


 

Manfred Bierwisch

Linguistics, poetics, aesthetics

The paper briefly summarizes the proposal made in 1965 that “Poetic Competence” is the basis for creating and evaluating poetry. That this competence lives on, but is different from linguistic competence is exemplified by a close look at the segmental and supra-segmental, morpho-syntactic, lexical, and conceptual structure of Hölderlin’s poem “An Zimmern”, revealing a surprisingly complex and balanced structure of the apparently simple four lines. The second part of the paper discusses the question whether judgments about poetry are to be studied as based on the relation between specific properties of poems and persons. Finally the problem is raised, whether literary art is based on a specific Poetic Competence, or instantiates a general aesthetic ability applied to linguistic objects. This is construed as a speculative, but still empirical question.


 

Toni Bernhart


The measurement of colours in language. The Berlin and Kay hypothesis in literary theory

Linguistics and literary theory have been separated for more than 30 years. They have different topics and methods. The separation becomes particularly evident when quantitative methods come into play: linguists rely on them as a fruitful tool, while they are no-go in literary theory. A similar separation can be seen when examples of research on colours in language and literature are considered: two different theoretical and methodical approaches surface. In 1969, Brent Berlin and Paul Kay published their hypothesis on colour term hierarchy in languages, which is based on empirical research and can be expressed in quantities. While the Berlin and Kay hypothesis has been extensively and controversially discussed in comparative linguistics, ethnology, psychology, anthropology and the cognitive sciences, it has hardly been noticed and least of all employed in literary theory. In this paper, the Berlin and Kay hypothesis is applied to Hans Henny Jahnn’s novels. Though the Spearman rank correlation coefficient shows a significant correlation of Jahnn’s novels to the Berlin and Kay rank of colour terms, this correlation is less significant than that of works by other authors and that of other corpora. This is due to Jahnn’s above-average use of ‚grey‘ and ‚brown‘. In Jahnn’s novels, ‚grey‘ symbolises a non-human quality of persons. ‚Brown‘ is a specific quality of male bodies and highly eroticised. In general, the frequence of colour terms corresponds both to different literary genres or text types as well as to different intensities of metaphorical narration. High colour frequencies are related to poetry, low frequencies to drama or spoken language. Prose lies in between. A high frequency indicates a more metaphorical manner of narration, a low frequency a less metaphorical one.

 

 

 

Susanne Hartwig

What does (not) not exist: the possible worlds of literature

If culture can be seen as a ‘programme of reality-construction’ of a community / society (Siegfried J. Schmidt), literature can be defined as a field of culture which allows observing this programme by describing, disturbing or (apparently) ignoring it. For literature enunciations cannot be asked about their truth, they describe a cultural space which is able to reintroduce possibilities formerly excluded from culture’s reality, a process which extends the complexity of the culture. In this context, the objective of literature theory is the description of the tension between reality and possibility expressed in literary texts. In spite of the traditional interpretation appears a type of ‘instruction of use’ of literary texts.

 

 

 

Wolfgang Haubrichs


CÛf der wortheide – Medieval German Studies and Linguistics

This essay deals with the ever-changing relationship between Linguistics and Literary Studies within German Studies over the course of the last two centuries. For the founders of German Philology such as Jacob Grimm, Benecke, Lachmann the unity of language, literature and culture was self-evident. This is exemplified in the fields of text-collecting, text-editing, in constructing grammar and – above all – in lexicography (‚Deutsches Wörterbuch’, ‚Mittelhochdeutsches Wörterbuch’ etc.). It was not until the emergence of new trends such as the history of mind and ideas (Geistesgeschichte) at the end of the 19th century that Literary Studies, especially those concerning the modern era, were separated from Linguistics, while the old ties with Medieval Studies remained preserved. It was not until new perspectives originating in Social History and Cultural Studies began to dominate during the 1970s that the primary connection between Linguistics and Medieval German Studies decreased as well. Seeing as such studies depend heavily on a detailed knowledge and research of earlier linguistic periods of German, these developments are highly problematic.

 

Ralf Schnell


From Literary to Media Studies

This article presents a critical analysis of the development from traditional philological and literary studies to the field of media studies of today. Its focus is concentrated on three representative steps of this development: Peter Szondi’s Traktat über philologische Erkenntnis, Helmut Kreuzer’s edition Literaturwissenschaft – Medienwissenschaft and the recently published Empfehlungen of the German ‘Wissenschaftsrat’. As a result of this analysis, the article emphasizes the necessity of constructing a new concept of media studies.

 


 

Labor

 

 

Sabine Schu


„The principle of hope as mentally lazy sloppiness”? The appearance of utopian tendencies in Dürrenmatts radio plays Hercules and the Augean Stables and The Mission of the Vega

The Swiss dramatist Friedrich Dürrenmatt was titled all his life to be a pessimistic writer, which is based on his formal principle of worst possible turn. Nevertheless, his work is not embossed from that exclusive negativism, which is always emphasized, but also presents hopeful, even utopian moments, which are realised primarily in small and private array. These utopian moments are illustrated exemplarily by means of the radio plays Hercules and the Augean Stables (Herkules und der Stall des Augias) and The Mission of the Vega (Das Unternehmen der Wega). The analysis shows, that Dürrenmatt locates his utopian tendencies just in the worst possible turn of his story, which necessitates a re-evaluation of utopia in the work of the author.

 

Seraina Plotke

An underestimated genre: visual poetry of the 17th century

Visual poetry is best known as a genre of the 20th century, yet in the 17th century this genre enjoyed an unprecedented blossoming that has not been equaled since. In general, the secondary literature treats Baroque picture poetry with neglect, and as a result, while visual poetry is acknowledged as a phenomenon, the figural entities are scarcely ever read as lyrical texts. There remains a tenacious prejudice that Baroque picture poems are texts of scant literary merit. The problematic of picture poetry derives in principle from its multi-layered complexity, which can only be grasped by means of deepened analysis adequate to the genre’s unique characteristics, or, to be precise, analysis incorporating perspectives of media theory and attentive to cultural historical context. This paper will present such an analysis of a sample text.

Uwe Schütte


Pharmacological initiation in the Boudoir. On the collection of novellas Haschisch by Oscar Adolf Hermann Schmitz

This article deals with the unpublished correspondence of the literary specialist Käte Hamburger (1896-1992), which is housed in the literary archive in Marbach, Germany.

TThis article explores the first literary portrayal of drug use in German literature. Though the cycle of novellas by O. A. H. Schmitz, entitled Haschisch, gained considerable recognition when published in 1902, the book was soon forgotten. Though there survives no proof for Schmitz’s personal experience of the drug, the descriptions of an altered state of mind in the stories closely mirror the known effects of hashish consumption. While the plot and motifs of most stories represent conventional variations of turn-of-the-century literature, there is one remarkable tale set in 17th century Spain which describes the story of a group of men aiming to manipulate a young virgin into committing the ultimate sin against the Holy Spirit. However, their wicked plot of transgression is foiled by divine intervention. This can be read metaphorically as a warning that drugs do not enable their users to cross boundaries. While similar didactic warnings against drug use can be found throughout the book, its final story represents a remarkable counterweight to this conservative attitude. Set in the era around the 1848 revolution, this surreal story of the narrator’s drug-induced encounter with a band of smugglers can be interpreted as a political allegory on the tragic failure of revolutions to implement true social change.


 

 

Hannes Kniffka


On “Imperativentheorie”

In German legal language term, the “Imperativentheorie” refers to a theory which considers the legal norms as a network of commands and interdictions. It is now considered to be outdated, but still appears frequently in legal texts. This paper deals with the form, the meaning and the history of this term, including its relation to the classical notion of “Imperativ” in Immanuel Kant’s writings..